Praktikum in Afrika - Praktika

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BotswanaFlg-Botswana-vsm

botswana 1Ich bin am 31. März 2003 von Berlin über Paris nach Johannesburg geflogen um in einem Nationalpark in Kasane, Botswana zu arbeiten. Da mein Reisepass abgelaufen war, musste ich in Gaborone, Botswana, bei der Deutschen Botschaft einen neuen ausstellen lassen. Ich war zuvor mit dem Bus von Johannesburg nach Gabs (Gaborone) gefahren. In dem Bus habe ich einen Jungen meines Alters kennen gelernt bei dem ich eine Nacht geschlafen habe und der mir Gabs bezeigt hat. Nach 2 Stunden hatte ich meinen neuen Pass und konnte mit dem Zug nach Francistown fahren, von wo ich nochmals sechs Stunden mit dem Bus nach Kasane brauchte. Kasane liegt am Caprivistreifen im Ländereck Namibia, Botswana, Sambia und Simbabwe, im Nordosten Botswanas. Zudem liegt Kasane direkt am Chobe Nationalpark, einem der schönsten ganz Afrikas.

Die Stadt hat ca. 4000 Einwohner auf einer Fläche von wenigen Hektar. Ich habe in meinem ganzen Leben noch nicht so viele freundliche Menschen wie dort erlebt. Ich habe mich sehr schnell eingelebt und Freunde gefunden, auch wenn man sich an Sachen wie „afrikanische“ Pünktlichkeit oder an das Essen noch gewöhnen musste. Ich habe in einem Haus in „Chinatown“ gelebt und gearbeitet. Chinatown hiess unser Viertel das von einem chinesischen Architekten geplant wurde.Alles in allem hatte ich eine sehr schöne, spannende und unvergessliche Zeit! Da ich mich an alle Sicherheitsanweisungen gehalten habe (nichts Ungekochtes essen, Tabletten zur Malariaprophylaxe, nicht allein in der Dunkelheit spazieren gehen, etc), kann ich auch rein gar nichts Negatives berichten… Tipps: - Ein Konto bei der Deutschen Bank einrichten, da man bei der lokalen Barclays Bank dann in ganz Sambia kostenlos Geld abheben kann. - Adresse der Gastfamilie und 25 Dollar in bar bei der Einreise dabeihaben und keinesfalls etwas von arbeiten oder Praktikum erwähnen! - Bei der Ausreise müssen ebenfalls 25 Dollar bezahlt werden, sofern das Ticket noch keine Flughafengebühr enthält. - Ein altes Handy mitnehmen und am besten eine Karte von celtel kaufen (1 Euro), damit kann man auch SMS von Deutschland empfangen. Mit der deutschen Sim-Karte hat man in Sambia generell keinen Empfang. Irene (bei Bedarf können meine Kontaktdaten bei ESSB erfragt werden, gebe gerne noch genauere Auskünfte)


Ich habe mit Pamela, einer anderen Praktikantin von ESSB, und einem Einheimischen aus Kasane zwei zukünftige Wildhüter ausgebildet. Zudem waren wir dabei ein Projekt zu verwirklichen um Schulkindern aus der Region Umwelterziehung nahe zu bringen. Nach sechs Wochen wollte ich aber noch etwas anderes machen, da die Zusammenarbeit mit den anderen nicht immer einfach war. ESSB hatte mir dann einen Platz als Wildhüter in Südafrika besorgt. Dort habe ich dann drei Monate in einem Naturreservat in der Nähe von Pretoria gearbeitet. Das Reservat war 4000 Hektar groß. Meine Aufgaben bestanden darin, die Zäune zu reparieren, Bäume zu fällen, Touristen herumzuführen und Zebras und andere Antilopen zu fangen. Ich habe mich mit meinen Arbeitskollegen sehr gut verstanden und es haben sich enge Freundschaften daraus entwickelt.


Ich bin dann auch mit meinen Arbeitskollegen am Ende meines Aufenthaltes für eine Woche zum Krüger Nationalpark gefahren, da sie mich eingeladen hatten. Nach den drei Monaten Arbeit wollte ich dann zurück nach Kasane um an dem Projekt weiter mitzuarbeiten und meine Freunde zu besuchen. Auf dem Weg dorthin lernte ich ein paar sehr nette Schweden kennen, die mich fragten ob ich sie nicht auf ihrem Weg nach Malawi begleiten wollte. Nach kurzer Überlegung entschloss ich mich dann mitzufahren. So sind wir von Johannesburg mit dem Bus und der Bahn durch Südafrika, Botswana, Sambia nach Malawi gefahren um in Nkatha Bay das Paradies vorzufinden. Es hat uns sechs Tage für die komplette Strecke gekostet. Auf dem Weg dorthin wurde zweimal versucht uns auszurauben, aber wir haben eine Menge neuer Leute kennen gelernt. In Nkatha Bay, am Malawisee habe ich dann zwei unvergessliche Wochen verbracht bevor ich mich dann alleine auf den Rückweg nach Botswana gemacht habe. 

In Lusaka, der Hauptstadt Sambias und der zugleich dreckigsten Stadt, die ich jemals gesehen habe, wurde ich dann ein nächstes Mal überfallen. Die Räuber nahmen mein ganzes Geld mit, wodurch ich keine Möglichkeit hatte, nach Botswana zu fahren. 

Ich hab mich dann ein paar Nächte auf der Strasse herumgetrieben bevor ich ein paar Mexikaner kennenlernte, die mir die Fahrt nach Kasane bezahlten. Ich arbeitete dann noch ca. drei Wochen in Botswana, bevor ich zurück nach Südafrika gefahren bin. Dort musste ich dann noch vier Wochen an dem Gepardenauswilderungsprogramm mitarbeiten, welches in dem Nationalpark ein Jahr zuvor eingeführt wurde.

gepard

Die Geparden hatten Peilsender am Hals angebracht und es war unsere Aufgabe die Geparden täglich zu finden und zu kontrollieren, ob und was sie gefressen hatten und zu sehen, wie groß ihr Jagdgebiet ist. Wir mussten zudem einen Jaguar finden und einfangen, der in das Reservat eingedrungen war. Aber auch Buschfeuer mussten gelegt werden um daduch unkontrollierte Feuer zu verhindern. Alles in allem waren die fünf Monate sehr schön und ich habe sehr viel gelernt über mich selber und mit dem Umgang mit der Natur und den Menschen.

Ich würde es sofort noch mal machen.

Jonas


LesothoFlg-Lesotho-vsm

 

Nichregierungsorganisationen (NGO)

Ministry of Health and Welfare
Dezember 2003

lesotho 1Zur Unterbringung laesst sich sagen, dass ich in einer basothischen Gastfamilie beherbergt war. diese bestand aus Ma Nthabiseng, die auch gleichzeitig mein boss auf der arbeit war, ihrem ehemann und zwei teenagern, die jedoch die meiste zeit ausser haus waren, da sie studieren.
wir wohnten in einem government haus, die alle den gleichen schnitt haben. ich hatte mein zimmer fuer mich alleine, worueber ich sehr dankbar war. des weiteren gehoert es zum guten ton, eine maid zu haben, die fuer das reinigen des hauses und waschen der kleidung zustaendig ist.

ich verliess die gastfamilie nach ungefaehr 3 monaten aus unterschiedlichen gruenden, jedoch im guten einvernehmen mit alllen. die letzten vier wochen meines praktikums betrieb ich dann sogenanntes haushobbing. aber nachdem man einige zeit in einem land verbracht hat, denke ich stellt dies keine grossen schwierigkeiten dar, was auch den grund dafuer darstellt, dass ich euch nicht informiert habe. bezueglich der arbeitsstelle: ich verbrachte meine zeit im nationalen HIV and AIDS prevention and control programme, welches dem Ministry of Health and social welfare unterstellt ist. die ersten vier wochen war ich mehr oder weniger damit beschaeftigt, mein englisch aufzufrischen, mich an alles zu gewoehnen, policies und sonstige dokumente zu lesen und nen beschaeftigten eindruck zu machen. oftmals wurde ich auch einfach uebergangen, indem sie wichtige besprechungen in sesotho hielten. nach ungefaehr 10 wochen dachte ich zum ersten mal darueber nach, dieses praktikum abzubrechen, da der nutzen in meinen augen zu gering war (lernerfolg). fuehlte mich nicht nuetzlich und kannte die gegebenheiten des landes nicht gut genug, um mir selbst ein geeignetes projekt zu suchen. ausserdem ergeben sich massive schwierigkeiten bei der informationsbeschaffung (falschinfos etc.). letzten endes bin ich jedoch froh, es durchgestanden zu haben, bis zu dem punkt, an dem ich (einigermasen) auf der arbeit akzeptiert wurde und kann nun auch, gegen ende meines praktikums die viele arbeit inclusiver ansatzpunkte erkennen. und ich muss wirklich sagen, dass ich es sehr schade finde, nun diesen arbeitsplatz verlassen zu muessen. so hat sich auch der sinn und zweck der vielen workshops und meetings, die ich besuchte, erklaeren lassen: um kontakte aufzubauen und nen ueberblick zu bekommen.
produktiv kann ich jedoch nicht gerade behaupten, dass ich im Ministry war, zumindest nach deutschen standard gemessen. dennoch gewoehnte ich mich an die arbeitsweise - groesstenteils zumindest- und an die buerokratie, die selbst deutschland noch topt.
nach der ersten eingewoehnungsphase fand ich es in lesotho sehr schoen. die menschen hier sind freundlich, zumindest in den low lands and foothills. allerdings hat es den anschein, dass sie besonders langsam sind - selbst fuer afrikanische verhaeltnisse, wie ich mir habe sagen lassen. sie lieben keine veraenderungen, jedoch entsprechende plaene dafuer zu schmieden. anfaenglich setzte dies mich noch unterr einen gewissen druck, da ich dachte, sie wuerden wirklich all das in der angesprochenen zeit umsetzten wollen. aber man gewoehnt sich ja an alles. es ist sehr leicht, hier kontakte zu knuepfen.
hoffe, dass ich das naechste mal evt. mehr berichten kann. ansonsten gehts mir sehr gut. liebe gruesse MONI

Oktober 2003
Alles bestens hier. Mittlerweile wird sogar das Wetter besser und ich friere nicht mehr.
Ansonsten ist alles planmaessig verlaufen. Werde euch demnaechst mehr schreiben.

 

Danke nochmals.

Liebe Gruesse Moni


MalawiFlg-Malawi-vsm
 

NGO Menschenrechte

malawi 2
Hallo zusammen,

hab noch 5 Mins hier im Internetcafe von Lilongwe... Vielen Dank fuer die vielen Emails auf jeden FAll, das freut mich echt. Mir gehts hier weiterhin gut, die erste sehr kurze Heimwehphase hab ich hinter mir, und jetzt ist mal wieder alles bestens. Muss mich noch etwas an den Gastvater/Boss gewoehnen, der ist etwas eigen... Hatten Samstag nen riesen Sportevent an einer Grundschule in einem Dorf etwas ausserhalb von Lilongwe mit hunderten von Kindern, afrikanischer Ausgelassenheit beim Sport, und einfach super viel Spass und Sonne. Das Leben hier ist schon sehr anders, aber es macht riesig Spass, und die Erfahrungen sind einmalig. Gestern war ich dann bei meinem ersten afrikanischen Gottesdienst in der kath. Kirche nebenan - Musik, Tanz, etc. Die wissen, wie man die Bude voll kriegt! Diese Woche ist wieder Arbeit angesagt, hoffentlich etwas mehr als letzte Woche, und am Wochenende werde ich versuchen gen Sueden mal nach Blantyre zu fahren, die wirtschaftliche Hauptstadt des Landes. Mal schauen... Naja, meine Zeit ist jetzt vorbei, werd versuchen mich im Lauf der Woche oder am WE nochmal zu melden!

Machts gut, Jules 


 

malawi 5die Unterkunft ist super, es gibt morgens und abends gutes Essen, habe ueberhaupt keine Probleme damit. Das war in Kasungu anders, wo ich zwei Wochen bei einem Training fuer Paralegals dabei war. Das sind Leute, die wir mit Grundkenntnissen in Menschenrechten und justiziellem Prozedere versorgen, damit sie in ihren Gemeinschaften als Art Rechtsberater fungieren koennen - es gibt vielleicht 300 Anwaelte in ganz Malawi (ueber 10 Mio. Einwohner), und die kann sich auf dem Land (85% der Bevoelkerung) eh keiner leisten. Der Wissensstand dieser Leute ist erschreckend, und dabei sind das immerhin die, die schon mitgekriegt haben, dass es nicht o.k. ist, ihre Frauen zur Arbeit zu schicken und dann den Lohn zu kassieren, ihren Toechtern den Schulunterricht vorzuenthalten, die Genitalien von Maedchen im Kindesalter durch taegliches Strapazieren umzuformen, Witwen das Haus auszuraeumen (das machen naemlich haeufig die Verwandten des verstorbenen Mannes!) und sie und ihre Kinder dann dem Schicksal zu ueberlassen, Sex (auch zwischen engen Verwandten!) als Reinigungsritual zu betrachten usw. usf. Unsere Teilnehmer dort waren alle sehr freundlich, es war unheimlich interessant, mit ihnen zu arbeiten. Leider sprachen aber nur einige Englisch (mit tlw. schwer verstaendlichem Akzent), sodass das Training auf Chichewa lief. Ich habe mich an den (englischen) OHP-Folien orientiert und meine Vortraege (ich habe also nicht nur zugeschaut) wurden uebersetzt. Wenn ich hier aus dem Internetcafe raus bin, werde ich als naechstes ein Chichewa-Studybook kaufen...Aber zurueck zum Essen: Im Hotel in Kasungu gab's wirklich jeden Tag dasselbe (Nsima oder Reis und Nkhuku = Mehlfladen/Reis und Huehnchen), und ich vermute, es war auch tlw. noch mindestens vom Vortag. Von daher bin ich sehr froh, wieder in Lilongwe zu sein. Die Verdauungsprobleme sind mit der Verbesserung der Nahrungssituation tatsaechlich verschwunden... Das Haus, in dem ich wohne, ist (feur europaeische Augen) schlicht, aber geraeumig. Ab morgen soll sogar ein weiteres Zimmer an eine Deutsche vermietet werden, die ein Praktikum bei der GTZ macht. Nachdem ich gesehen habe, wie die sanitaeren Anlagen aussehen, wo Julien wohnt, bin ich sehr froh, eine Dusche zu haben, die man zwar in der Hocke selber ueber sich halten muss, die aber warm ist und nicht durch einen Bottich heiss Wasser ergaenzt werden muss. Das hatte ich auch in Kasungu, als wir drei Tage tagsueber kein fliessend Wasser hatten... Stromausfaelle habe ich nach drei Wochen bereits drei erlebt, ausserdem drei Todesfaelle und einen Raubueberfall in meinem Umfeld! Gestorben wird leicht in Malawi! (Neueste vom UNDP ermittelte mittlere Lebenserwartung: 37,7 Jahre!!!) Allein angesichts der Problematik HIV/AIDS koennte man verzweifeln oder verrueckt werden - besonders, wenn man bspw. hoert, dass besagte sexuelle Reinigungsrituale u.a. nach dem Tod eines Ehepartners durchgefuehrt werden; um zu wirken, muessen sie natuerlich ungeschuetzt durchgefuehrt werden!!

Ansonsten habe ich grade mein erstes Paper (ueber die durchaus zufriedenstellende Uebereinstimmung der malawischen Verfassung mit internat. Menschenrechtsstandards) vollendet und werde mich als naechstes an die Mammutaufgabe machen, ein Trainer's Manual fuer weitere Paralegal-Kurse zu erstellen. Freitag werde ich dann fuers Wochenende nach Liwonde reisen, Sebastian besuchen, der Freitag auch Geburtstag hat. Leider kann Julien nicht mitkommen, da seine Familie/Organisation auf dieses Wochenende extra fuer ihn ein Fussballturnier verschoben haben... Keine Sorge, ich werde keinen Minibus nehmen, und meine Gastgeber und Kollegen achten auf mein Wohlbefinden und stehen immer mit Rat bereit. Als Sebastian ankam, war es z.B. gar kein Problem, ihn spontan bei mir fuer eine Nacht mit unterzubringen, er hatte sogar sein eigenes Zimmer. Vom Umfeld her kann ich mich also nicht beschweren, wenn ich auch nicht verschweigen will, dass schon typische Praktikantensymptome auftreten, wie die Frage, ob die Ergebnisse meiner Arbeit wirklich gebraucht werden. Aber zu tun gibt es genug und ich werde auch in laengerfristige Prozesse und Projekte eingeweiht und eingebunden.

Gesundheitlich gab's bisher bis auf erwaehnte keine Probleme; nur meine Hausstaubmilbenallergie macht mir kraeftig zu schaffen: Hier sind Sofas, Betten, Vorhaenge doch schwerer, tiefer, staubiger als heutzutage bei uns. Und es gibt keine Papiertaschentuecher! Also laufe ich jetzt mit einigen Blatt Klopapier in der Tasche umher und schlafe etwas unruhig wg. Problemen mit Nase, Rachen, Augen...

So, das soll's erstmal gewesen sein, insgesamt geht's mir gut!

Viele Gruesse

Frank


MautitiusFlg-Mauritius-vsm

Tourismus

mauritius 2Von Von Mitte August bis Mitte Oktober 2002 war ich Praktikantin in einem Reisebüro in der Hauptstadt Port Louis. Meine Aufgaben bestanden darin Kunden zu empfangen und über die neuesten Angebote zu informieren, Telefonate entgegenzunehmen, Emails und Faxe zu lesen und ggf. zu beantworten und ich begleitete einmal wöchentlich den Werbeverantwortlichen zu seiner Sendung im Radio.

Von den Mitarbeitern wurde ich herzlich empfangen und verstand mich mit allen die ganze Zeit über sehr gut, so dass die tägliche Arbeit – 7 Stunden – mir Spass machte, mir guten Einblick in den Aufbau eines solchen Unternehmens gab und ich meine französischen Sprachkenntnisse verbesserte.

Zur Sprache lässt sich sagen, dass jeder mit einem auf Französisch sprechen kann, Englisch ist schon weniger geläufig, aber sich doch alle zu Hause auf Kreolisch unterhalten, was sich schon stärker als ich dachte vom Französischem unterscheidet. Es geben sich aber alle unglaubliche Mühe, reden auf Französisch und bringen einem mit großer Freude Kreolisch bei. Über die Menschen auf Mauritius kann ich sagen, dass sie alle sehr nett und hilfsbereit sind, und ich keine Mühe hatte mich in dieser sich doch sehr von der deutschen unterscheidenden Gesellschaft zurecht zufinden und auch wohl zu fühlen.

mauritius 3Mit meiner Gastfamilie verstand ich mich sehr gut, sie unternahmen viel mit mir, und auch die Nachbarn luden mich gerne zu sich ein und zeigten mir mit großer Freude ihre Insel. 

Diese ist voller Zuckerrohrfelder, hat aber auch wunderschöne Nationalparks und andere schöne Ecken und „Touristenattraktionen“ die man alle zu sehen versuchen sollte. Und dann noch natürlich die Strände... Auch mit dem Essen kam ich gut zurecht, nachdem ich mich an die Schärfe gewöhnt hatte, und ich hatte auch keinerlei gesundheitliche Probleme.

Ich kann wirklich sagen, dass ich eine wunderschöne Zeit auf dieser „Insel des Paradieses“ verbrachte und viel neues lernte, über mich, sowie über die mauretanischen Kulturen. 

Für weitere Fragen, was Hygiene, Impfungen, Reisegepäck, Visa ... angeht, stehe ich jederzeit und gerne zur Verfügung.

Elena


MosambiqueFlg-Mozambique-vsm

 

Praktikum in einer wirtschaftlichen Organisation
Mai 2004

Mosambik
Wo ist denn das ? Was willst du denn da ? Da spricht man doch französisch, oder ? 

Solche Fragen tauchten auf, als ich Freunden und Bekannten erzählte ,dass ich ein Praktikum in Mosambik machen wollte. 

Mosambik spricht natürlich nicht französisch (wie wohl sicher jeder weiß, der sich für das Land interessiert und daher auch diesen Bericht liest). Es gehört immer noch zu den ärmsten Ländern der Welt (Human Development Index 170 von 175) mit einem GDP/capita von 220 US Dollar. Man geht davon aus, dass 70 % der Bevölkerung weniger 1 US Dollar am Tag haben (absolute Armutsgrenze). Die Lebenserwartung entspricht in Mosambik nur 39 Jahre. Diese Zahl spiegelt hpts. Die schlechte medizinische Lage wieder, die Aidsproblematik wird aufgrund verbesserter Statistiken voraussichtlich die Erwartung weiter reduzieren. Die aktuelle Aidsquote beträgt 13.8 %, was im Vergleich zu anderen afrikanischen Ländern verhältnismäßig “wenig” ist.

Warum Mosambik ?
Mein vorraniges Ziel war es, in ein Land zu gehen, in dem portugiesisch gesprochen wird, um dort für eine NGO oder ähnliches zu arbeiten. Ebenfalls wollte ich nach Brasilien (dort war ich in 2003 und habe portugiesisch gelernt) gerne ein neues Land kennen lernen und auch das andere Portugiesisch lernen, das sich von dem brasilianischen signifikant unterscheidet. Da ich schon 1994 kurz nach Beendigung des Krieges bereits in Mosambik gewesen bin, war ich am Fortschritt des Landes interessiert. Zudem hatte ich natürlich auch schon vom Ruf Maputos als “relaxed, hassle-free African-meets-Mediterrarean atmosphere“ (Bradt) gehört.

Maputo hat ca. 2 Millionen Einwohner und ist „one of Africas most attractive capitals. Today it’s a bustly place with colorful markets, interesting architecture, a lively cultural scene and a great nightlife“. Diese Aussagen aus dem Lonely Planet sind sicherlich immer noch zutreffend und beschreiben die Stadt und die Atmosphäre treffend mit wenigen Worten.

Viele historische Gebäude sind renoviert, aber auch moderne Architektur hat Einzug gehalten. Auf der anderen Seite gibt es im Stadtzentrum noch viele verfallene historische Gebäude, die als öffentliche Toilette oder Müllkippe dienen, eindrucksvolle, heruntergekommene Plattenbauten, Hochhausruinen etc. Das Ganze aber umgeben von vielen Bäumen und Pflanzen, so dass die Stadt sehr grün wirkt und dadurch einen eigenen Charme hat.

Das Leben ist recht relaxed, es tickt die “afrikanische Uhr”, Mosambikaner sind im allgemeinen sehr nett, freundlich und hilfsbereit. Die Expatriat-Gemeinde ist recht groß (oder zumindest auffallend) und durch steigende Tourismuszahlen sind “Fremde” (hpts. Weiße) mittlerweile als Geldquelle entdeckt worden. Das spiegelt sich in dem Preisniveau der Stadt und des Landes wieder, denn für ein Land auf diesem Entwicklungsstand und im Vergleich zu anderen afrikanischen Ländern ist es relativ teuer.

Die Organisation
mocambique 1Der Name steht für „Confederaçao das associações económicas de Moçambique“, was soviel heißt wie „Bündnis der wirtschaftlichen Organisationen Mosambiks”. Die Organisation wurde 1995 gegründet und ist finanziell abhängig von internationalen Geldgebern (USAID, Worldbank etc.). Da es keine gleichwertige Organisation in Deutschland gibt, kann man sich die Organisation am besten als eine “Industrie- und Handelskammer für ganz Mosambik vorstellen, wobei die Mitglieder dabei die “realen Handelskammern”, Verbände und Organisationen des privatwirtschaftlichen Sektors darstellen. Dazu gehören z.B.: Plantagen, Tourismusunternehmen, Industrie, Banken (privatisiert) etc.

Die Aufgabe von der Organisation lässt sich am besten als „Medium oder Mittler“ definieren. Die Mitgliedsverbände werden dabei in inhaltliche Gruppen (Commissão) organisiert, die sich mit den Problemen und Schwierigkeiten innerhalb ihres Bereiches beschäftigen. Gleichzeitig dienen diese Gruppen der Regierung als Kontakt. So finden mehrmals jährlich Treffen zwischen den Ministern und den Commissoes statt, mit dem Ziel, die Situation der bereits ansässigen Firmen zu verbessern, Probleme zu lösen und so gleichzeitig das Land für Investitionen zu öffnen. Damit dieser Gedankenaustausch nicht einseitig bleibt, werden unterschiedliche Themen auch durch meine Praktikaorganisation selbst angestoßen und zur Diskussion in die Gruppe gegeben. Und damit kommen wir auch zu meinen Aufgaben: Ich habe die Organsiation im Bereich Economic Development (Entwicklungsökonomie) unterstützt. Zu meinen Aufgaben gehörte Research im Internet, Zusammenfassung und Aufbereitung von Informationen, Erstellung von Präsentationen, Teilnahme an Meetings, etc.

Dazu muss man sicherlich sagen, dass mir meine Berufserfahrung (ich arbeite als Unternehmensberaterin und konnte unbezahlten Urlaub nehmen, um ein paar Ideen zu verwirklichen) hier sehr von Nutzen war und auch von dem Unternehmen so „genutzt“ wurde.

So habe ich sofort am ersten Tag einen Laptop und ein e-mail Account erhalten, habe an allen „Führungsmeetings“ teilgenommen, konnte meine Meinung einbringen. Sprachlich gesehen ist es sicherlich von Vorteil, Portugiesisch zu verstehen und zu sprechen. (viele Infos sind auf portugiesisch, die Meetings & Präsentationen waren meistens auch in portugiesisch).

Doch es sprechen alle Mitarbeiter englisch, so dass es auch möglich wäre, hier nur mit englischen Sprachkenntnissen zu arbeiten. Die Arbeitsmaterialien sind häufig auf englisch, viele Dokumente werden auch auf Englisch erstellt. Zudem suchen fast alle Mosambikaner die Möglichkeit, ihr Englisch zu trainieren, so dass viele Diskussionen und Meetings in einer Mixtur aus englisch und portugiesisch geführt wurden.

mocambique 2Interessanterweise haben sich in das „mosambikanische Portugiesisch“ viele englische Ausdrücke eingeschlichen, die von der gesamten Bevölkerung genutzt werden (z.B. ferryboat).

Noch eine Randbemerkung: die Firma, ihre Arbeit und auch ihr Auftritt ist extrem fortschrittlich an für ein Land wie Mosambik. Daher könnte man leicht vermuten, dass es sich hier um eine „weiße Beratung“ handelt. Dem ist nicht so. Alle Angestellten sind Mosambikaner und schwarz, allerdings extrem gut gebildet.

Insgesamt kann ich sagen, dass mir mein Aufenthalt in Mosambik sehr gut gefallen und mir auch persönlich sehr viel gebracht hat. Mir hat das Land gefallen, die Stadt, meine Kollegen etc.. Zwar habe ich mein Portugiesisch nicht wie gewünscht „extrem“ verbessern können (dafür war dann doch zuviel auf englisch und viele Mosambikaner sprechen halt auch kein gutes Portugiesisch), doch ich habe sehr viel gelernt, konnte mich inhaltlich mit Themen beschäftigen, für die ich sonst kaum Zeit habe und kann dieses Praktikum auch sehr gut für meine CV verwenden. Zudem habe ich viele nette Leute kennen gelernt, konnte ein bisschen vom Land entdecken (Reisen ist halt immer noch mühsam und zeitintensiv) und habe einfach das relaxte Leben genossen. Natürlich gab es auch negative Erlebnisse (u.a. wurde auch ich zwei Mal bestohlen, einmal sehr unschön), aber das sollte niemand davon abhalten, dieses Land zu besuchen.

mocambique 3Soviel zu meinen Aufenthalt. Natürlich gibt es noch tausend weitere Dinge zu berichten, viel Amüsantes, echte „afrikanische“ Erlebnisse, vieles über die Gegensätze, über NGO Organisationen, Diskussionen über Entwicklungshilfe (was hilft wirklich ?), Korruption, Aids etc., aber das könnt ihr vielleicht selbst erleben. Meldet euch einfach bei mir, falls ihr weitere Infos benötigt !!

 

P.S. Und natuerlich “Muito obrigada” an ESSB, die es trotz widriger Umstände ( J ) geschafft haben, mir dieses Praktikum zu organisieren !!


NamibiaFlg-Namibia-vsm

 

Maschinenbau
namibia 2Die Zeit im Juli/ August 2003 in Namibia war richtig schön, die Firma war absolut kultig - nur war der Ort sehr, sehr weit abgelegen und abends wars dann doch ziemlich langweilig. Mein Ansprechpartner war supernett und hilfsbereit. Auf Bilder muss ich noch warten, da mein Photo unterwegs kaputt gegangen ist. Bin jetzt auch mit einem Mädel aus Windhuk zusammen - die mich ab Mitte November besuchen kommt.

Gruß Martin


 NGO in Namibia 

Dezember 2003
Hier kommt ein Lebenszeichen von mir!

namibia 3Nach den ersten 3 Wochen in Namibia habe ich sowohl positive als auch negative Erfahrungen gemacht. Abgesehen von einer Pilzinfektion an Haenden und Fuessen, einem Sonnenbrand und der Tatsache, dass meine EC-Karte gezockt worden ist, geht es mir praechtig..... Na ja, all das sind keine Gruende, die gute Laune zu verlieren. Auf der anderen Seite entschaedigt die traumhafte Landschaft, optimales Wetter und sehr nette Arbeitskollegen. Die Rahmenbedingungen sind dementsprechend gut und ich habe sowohl auf der Arbeit als auch ab 17h (z.B. in der Kneipe) mit den Leuten meinen Spass. Dennoch ist Namibia definitiv kein Land, in das ich auswandern wuerde, denn die politische Situation ist unuebersichtlich und teilweise chaotisch. Die Apartheid ist auch im Alltag allgegenwaertig, was bedeutet, dass verschiedene Staemme nicht oder nur sehr schlecht zusammen arbeiten koennen. Diese Lage spiegelt sich auch in Windhoek wider, denn in einigen Teilen wohnen nur "Weisse", dagegen muss ein grosser Teil der "Schwarzen" im Township Katatura wohnen.

Am meisten nerven die "Suedwestler", Nachfahren der deutschen Siedler, die im Grunde nur bekloppte Rechtsradikale sind. Da ich jetzt bei einem deutsche Safariexperten wohne, bekomme ich auch Kontakt zu Weissen, die vollkommen von der Rassentheorie (Die Geschichte von den Herrenmenschen und Untermenschen) ueberzeugt sind und diese nicht nur alkoholisiert vertreten. Dazu kommen verschiedene Kneipen, in denen sich diese Typen treffen. Da bin ich doch lieber der Einzige "Weisse" in einer "Schwarzen"-Bar! Ich moechte mich hiermit auf keinen Fall beschweren! Allerdings gehe ich davon aus, dass euch diese Eindruecke mehr interessieren als der normale Touristenbericht a la "das Wetter ist gut, der Pool hat 28 Grad und das Bier schmeckt." Fuer mich sind all diese Erfahrungen neu, daher bin ich sehr froh hier zu sein und die Probleme nicht nur in der Theorie aus der Uni zu kennen, sondern direkt zu erleben.

Ausserdem werde ich in den Weihnachtsferien fuer einige Tage verreisen, mir Etoscha, die Namib Wueste und noch mehr ansehen. Leider muss ich am 18.01. schon wieder zurueck ins (wahrscheinlich kalte und graue) Deutschland, da mein naechstes Semester schon Anfang Februar beginnt.

So, jetzt muss ich aber weiter fuer einen gelungenen Human Rights Day am 10.12. in Usakos planen!

Viele sonnige Gruesse aus Windhoek! Markus

 


 NGO in Namibia

namibia 4Die Leute hier sind wirklich nett, mit meiner Gastfamilie und meinen Kollegen verstehe ich mich bestens.

Die Arbeitseinstellung ist noch etwas gewöhnungsbeduerftig (es gibt nicht wirklich viel zu tun), aber es ist witzig.

 

Sandra


 Informatik 

Praktikum im IT-Bereich
Die Zeit bei der IT-Organisation im Februar/ März 2003 hat mir sehr gut gefallen. Die Kollegen waren nett und kommunikativ. Ich hatte die Möglichkeit zu sehen wie ein Onlinedienst funktioniert und organisiert ist. Da die Firma keine Aufgaben für mich hatte die ich mit meiner Praktikumsordnung vereinbaren konnte, bekam ich die Freiheit mir die Aufgaben selber zu stellen die zu meiner Praktikumsordnung passten. Ich konnte während dieser Zeit alle Auflagen der Praktikumsordnung erfüllen. Das Praktikum wurde anerkannt.

Sprachlich konnte ich mich auch einigermaßen verbessern. Die Schwierigkeit bestand darin, dass etwa zur Hälfe in der Firma auf Afrikaans geredet wurde.

Die Familie hat mich gut aufgenommen und die Höhe der Mittel wurde schnell vereinbart. Doch genoss ich die Zeit in der Firma mehr als in der Familie, weil in der Familie fast ausschließlich nur Afrikaans geredet wurde und dadurch fühlte ich mich bisschen ausgeschlossen. Das Essen in der Familie hat mir gut gefallen und war anders als die deutsche Art. Es wurde auch oft gegrillt.

In der Stadt habe ich mich überwiegend sicher gefühlt. Leider wurde in unser Haus eingebrochen als wir das Wochenende an der Küste verbracht haben.

Während meiner Freizeit habe ich viel Zeit mit einer deutschen Gemeinde verbracht, mit der ich auch 4 Tage in einem Zeltlager gecampt habe.

Außerdem habe ich zum Ende meines Aufenthaltes eine 3 tägige Safari in der Etoschapfanne gemacht, die Tierwelt war beindruckend. Zudem habe ich noch paar Tage mit der Familie an der Küste verbracht.

Ich bin mit dem Praktikum zufrieden, die Zeit bei der Firma war gut. Den Aufenthalt bei der Familie bewerte ich als ausreichend, ich wurde gut verpflegt, aber ich war kaum mehr als ein Untermieter bei ihnen. Dafür hat mir die deutsche Gemeinde den nötigen Ausgleich in der Freizeit gegeben. Wenn ich noch mal die Wahl hätte ein Praktikum zu machen, so würde ich es wieder tun.

Ich bedanke mich für die Organisation und die Vermittlung der Praktikumsstelle bei dir.

Eugen


 Umwelt

namibia 5Die In den Monaten August und September 2002 hatte ich die Möglichkeiten ein Praktikum in Namibia, bei einer NGO, die sich u.a. mit der wissenschaftlichen Analyse von Landnutzungen, Umweltbedingungen und Untersuchungen der Namib-Wüste befasst. Die Arbeit dort war sehr gut. Einerseits wurde ich sehr gut von den Mitarbeitern aufgenommen und betreut, und auf der anderen Seite kam die Arbeit meinen Interessen sehr entgegen. Die Mitarbeiter waren sehr freundlich, hilfsbereit, so daß ich mich keinen Moment „fremd“ fühlte. Ich wurde in Aufgaben miteingebunden und hatte eigenständige Arbeit zu erledigen. Das umfasste u.a das Abfassen von Texten, Teilnahme an wöchentlichen Sitzungen und andere Arbeiten.

Außerdem durfte ich an zwei „workshops“ teilnehmen. Ferner wurde ich mit der Arbeit innerhalb einer NGO vertraut gemacht. Somit konnte ich mein Wissen über Umweltproblemen, Landnutzung, aber auch der namibischen Gesellschaft erweitern. Allgemein war es mir möglich Namibia hautnah zu erleben und kann durchweg von positiven Erfahrungen berichten. Die Leute sind sehr freundlich und Land landschaftlich wunderschön. Auch konnte ich aufgrund des Praktikum Eindrücke sammeln, für die ein Tourist nicht in der Lage wäre. Leider habe ich bei keiner namibischen Familie gelebt, wie es auch das Ziel von ESSB ist. Zwar habe ich einige Tage bei einem Mitarbeiter gewohnt, jedoch war die Wohnung sehr klein, woraufhin ich für die restliche Zeit in ein Backpackers gegangen bin. Insgesamt kann ich also nur von positiven afrikanischen Erfahrungen berichten. Die Organisation kann für ein Praktikum empfohlen werden, jedoch sollte einen die Thematik und die Schwerpunkte interessieren. Auch Namibia, das Land und die Leute, sind als Praktikumsziel ebenfalls nur zu empfehlen.

Andreas 


SambiaFlg-Zambia-vsm

sambia 1

 

Personalberatung Praktikum
Februar & März 2007

Nach einem sehr langen Flug und mehreren Zwischenstops bin ich in der Hauptstadt Lusaka müde aber glücklich gelandet und wurde von einem Arbeitskollegen meiner Gastmutter, Mrs Mpundu, abgeholt.

Auch ich habe bei der gleichen Familie gewohnt wie Angelika (siehe unten). Sehr freundlich wurde ich besonders von den zwei kleinen Mädchen empfangen, die mich bis kurz vor Ende meines Aufenthalts immer noch „Angelika“ nannten…

Am nächsten Morgen war dann bereits der erste Tag meines Praktikums bei Career Prospects Limited, einer Personalberatung im Stadtteil Northmead. Hier wurde ich ebenfalls sehr herzlich aufgenommen. Alle waren sehr interessiert und offen mir gegenüber. Gewöhnungsbedürftig war für mich nur, dass der Tag mit einem Gebet beginnt. Daraufhin wird im Team ein religiös-philosophischer Text gelesen, über den im Anschluss diskutiert wird, bevor man zum geschäftlichen Teil übergeht.

 

irene-sambia-01Die Beratung hatte acht Mitarbeiter und war hauptsächlich auf Rekrutierung und Weiterbildung spezialisiert. Zu unseren Kunden zählten unter anderem Firmen wie DHL und PricewaterhouseCoopers. Auf Grund der vielen verschiedenen Stammessprachen (insgesamt 72 Stämme) wurde im Unternehmen größtenteils Englisch gesprochen, wenn auch der Akzent für mich anfangs sehr schwer zu verstehen war. Zu meinen Hauptaufgaben gehörte: passende Kandidaten in der Datenbank (alles in Papierform) suchen, geeignete Bewerber einladen, strukturierte Vorstellungsgespräche führen, anschließend die Kandidaten einstufen und Seminarunterlagen erstellen. Des Weiteren durfte ich bei einem Workshop zu „Quality Management and Customer Care“ mithelfen. Dieser Workshop war wirklich schon ein Erlebnis für sich! Als wir morgens alle gemeinsam losfuhren, habe ich immer noch selbstverständlich angenommen, dass wir in ein Seminarhotel fahren… Irgendwann hielten wir plötzlich in der Wildnis an und marschierten zu Fuß mit Laptop und Beamer unterm Arm weiter. Nach ein paar Minuten erreichten wir unser Ziel - eine Art Baumhaus über einem See, in welchem alle Seminarteilnehmer auf Campingstühlen Platz nahmen. Auch hier wurde wieder zu Anfang ein Gebet gesprochen. Am Ende des Tages haben alle – wie so oft in Sambia – zu traditioneller Musik getanzt.

irene-sambia-02Ansonsten war ich erstaunt, dass bis auf die technische Ausstattung (das Team teilte sich zwei ältere Computer), Geschwindigkeit, Organisation und Sorgfalt alles relativ ähnlich abläuft wie bei uns. Allerdings muss ich zugeben, dass ich das „richtige Sambia“ mit seiner Armut nur aus der Ferne gesehen habe. Meine beiden Gasteltern haben wie einige meiner Kollegen in Großbritannien studiert und alle, mit denen ich zu tun hatte, waren verhältnismäßig wohlhabend. Mittags wurde in der Firma immer das Nationalgericht „Nshima“ gekocht. Hierbei handelt es sich um einen festen Brei aus Maismehl, ähnlich wie Polenta. Dazu gab es Gemüse und ein wenig Fleisch. Es schmeckt zwar lecker, aber nach mehreren Wochen sehnt man sich im Gegensatz zu den Einheimischen nach etwas Abwechslung… Zu erwähnen ist noch, dass in Sambia meistens mit den Händen gegessen wird. Zur Stadt ist zu sagen, dass es nicht besonders viel zu erleben und entdecken gibt. Abends ausgehen gestaltet sich ohne ein Auto sehr schwierig… Allerdings ist das Fahren mit den öffentlichen Verkehrsmitteln wieder ein Abenteuer. 20 Leute plus beliebig viele Kinder quetschen sich in einen Minibus, der erst losfährt, wenn auch WIRKLICH niemand mehr hinein passt.

irene-sambia-03Touristisch ist Sambia sehr schlecht erschlossen, was bedeutet, dass man zu den meisten Nationalparks ebenfalls nur mit einem Auto fahren kann. Davon ausgenommen sind natürlich die Viktoriafälle, dorthin fahren gleich mehrere Busgesellschaften.

 

 

  

irene-sambia-04Alles in allem hatte ich eine sehr schöne, spannende und unvergessliche Zeit! Da ich mich an alle Sicherheitsanweisungen gehalten habe (nichts Ungekochtes essen, Tabletten zur Malariaprophylaxe, nicht allein in der Dunkelheit spazieren gehen, etc), kann ich auch rein gar nichts Negatives berichten…

 

Tipps:

  • Ein Konto bei der Deutschen Bank einrichten, da man bei der lokalen Barclays Bank dann in ganz Sambia kostenlos Geld abheben kann.
  • Adresse der Gastfamilie und 25 Dollar in bar bei der Einreise dabeihaben und keinesfalls etwas von arbeiten oder Praktikum erwähnen!
  • Bei der Ausreise müssen ebenfalls 25 Dollar bezahlt werden, sofern das Ticket noch keine Flughafengebühr enthält.
  • Ein altes Handy mitnehmen und am besten eine Karte von celtel kaufen (1 Euro), damit kann man auch SMS von Deutschland empfangen. Mit der deutschen Sim-Karte hat man in Sambia generell keinen Empfang. 

Irene

(bei Bedarf können meine Kontaktdaten bei ESSB erfragt werden, gebe gerne noch genauere Auskünfte)


 Schule 

Erfahrungsbericht 29.08.-12.10.2006
Als ich in Sambia ankam, war ich natürlich ziemlich nervös, trotz aller Vorfreude. Das Ziel dieses Praktikums war es schließlich, für mich herauszufinden, ob ich, zusätzlich zu aller Begeisterung, auch in Afrika zurechtkomme. Es wäre gelogen, wenn ich behauptete, dass ich mich auf Anhieb total wohl gefühlt und mich zurechtgefunden habe. Nein, es war schon eine ganz neue und zu Anfangs auch eine etwas einschüchternde Erfahrung für mich, diese ‚Welt’ zu betreten. In den ersten Tagen habe ich auf die Frage wie mir Sambia gefällt deswegen meist geantwortet ‚I like it so far, but I need more time to adjust because it’s very different from Austria’. Was ich aber gleich einmal anmerken muss, ist, dass alle und damit meine ich vor allem meine Gastfamilie (in der Schule war ich in den ersten Tagen noch nicht viel) mich total herzlich aufgenommen haben und mir von Anfang an das Gefühl gegeben haben, willkommen zu sein. Gleich auf dem Nachhauseweg vom Flughafen ist mich meine Gastmutter, Mrs Mpundu, durch das Viertel gefahren wo sich die Schule befand in der ich einige Tage später zu arbeiten beginnen sollte. Ich sollte erklären, dass dieses Viertel, Garden Compound, eines der ärmsten Lusakas ist, also ein ‚Slumviertel’ könnte man sagen. Ich habe mir vor meiner Ankunft ganz bewusst eine arme Schule als meinen Praktikumsplatz ausgesucht, trotzdem war ich ziemlich geschockt, als ich die Schule und Garden Compound am ersten Tag sah. Es war wohl etwas viel nach der langen Anreise. Aber genau diese Schule mit all den Kindern und Lehrern sollte sich als das Beste erweisen, was mir hätte passieren können.

Zambia-Angelika-2006-138-40Wie ich schon erwähnt habe, war auch meine Gastfamilie ganz toll. Da sie ziemlich wohlhabend sind, haben wir in einem großen Haus in einem ruhigen Viertel von Lusaka gewohnt. Zuerst war ich etwas eingeschüchtert durch die Tatsache, dass so viele Leute im Haus wohnten (4 kleine Kinder, Nichten, Neffen, Angestellte), aber ich habe mich bald daran gewöhnt und habe mich schnell mit der 23jährigen Nichte von Mrs Mpundu angefreundet. Wir haben viel zusammen unternommen, wir waren sogar einige Tage zusammen in Livingstone um die Viktoriafälle zu sehen (und so eine Busfahrt mit 130 km/h über eine Landstraße mit lauter Schlaglöchern schweißt zusammen-das könnt ihr mir glauben! Auch Mrs Mpundu’s Arbeit bei einer NGO, die sich für Frauenrechte einsetzt, war für mich von großem Interesse, da sie mir immer wieder viel darüber erzählt hat und ich auch einige Zeit in ihrem Büro verbracht habe, da es nicht sehr weit von der Schule entfernt lag.

Zambia-Angelika-2006-157-40Ich komme nun zu meinem Praktikumsplatz, der Gladina Park School of Education. Wie schon erwähnt, wurde ich auch in der Schule äußerst herzlich empfangen, obwohl die Direktorin der Schule etwas besorgt war, dass mich die Armut und Einfachheit der Schule abschrecken könnte. Mich hat die Armut zwar berührt, aber keineswegs abgeschreckt. Ganz im Gegenteil, die Freundlichkeit und Herzlichkeit der Lehrer und auch der Schüler haben mich sehr beeindruckt und dazu geführt, dass ich mich so wohl gefühlt habe, dass ich unheimlich schwer nach den 6 Wochen nachhause gefahren bin. Meine Aufgabe in der Schule bestand darin, in der 5.Klasse (die Volksschulen in Sambia bestehen aus 7 Klassen) Englisch zu unterrichten. Obwohl ich vorher nicht viel Erfahrung im Unterrichten hatte, hat alles sehr gut funktioniert. Das wirklich sehr unterschiedliche Niveau der Schüler und die fehlenden Lehrmittel (3 Bücher für 15 Kinder) stellten anfangs zwar ein Problem dar, aber bald hatte ich mich daran gewöhnt und die Kinder mit ihrer lieben, interessierten und aufgeweckten Art haben alles wettgemacht. Das einzige Problem, das aufgetaucht ist, war , dass, obwohl die Prügelstrafe in den Schulen in Sambia offiziell verboten ist, sie offenbar noch praktiziert wird, auch in meinerSchule. Ich habe mich ja nicht einmischen können, aber als einmal der Lehrer mein betroffenes Gesicht gesehen hat, hat er sich den Rest meines Aufenthaltes zurückgehalten->gut fürmich, aber nicht wirklich befriedigend. Allerdings, wie soll ich es sagen, hätte es auch keinen Sinn gemacht, deswegen die Lehrer zu verteufeln, weil ich gemerkt habe, dass ihnen die Kinder schon sehr am Herzen liegen. Ich war eigentlich immer ganztags in der Schule, und wenn ich nicht unterrichtete, habe ich die Zeit damit verbracht, zuzuhören, zu häkeln (das haben mir die Frauen in Garden Compound beigebracht), mit den Kindern Zeit zu verbringen und die Direktorin der Schule hat mir auch andere Schulen in Lusaka gezeigt. Was ich unheimlich schön fand, war, dass die Lehrer und Kinder für mich sowohl eine Willkommens- als auch eine Abschiedsparty gegeben haben mit Tanz und Sketches. Außerdem haben einige Frauen von Garden Compound eine ‚Kitchen Party’ für mich ‚geschmissen’ mit traditionellem Tanz am letzten Nachmittag, da wollte ich dann wirklich gar nicht mehr nachhause fliegen.

Insgesamt kann ich sagen, dass ich nur positive, also wirklich tolle, Erfahrungen in Sambia gemacht habe und auch sehr gute Freunde gefunden habe. Ich habe mich auch sehr schnell an die viele Aufmerksamkeit gewöhnt, die man als Weiße bekommt, und habe auch richtig Spaß daran gehabt, z.B. mit den Minibussen allein zu fahren. Jetzt, zuhause, fehlt mir Sambia und ich habe auch schon geplant nächsten Sommer wieder nach Lusaka zu fliegen, die Schule wieder zu besuchen und dann länger in Sambia zu bleiben. Außerdem telefoniere ich häufig mit meinen Freunden von der Schule und auch den Kindern und bin natürlich auch noch in Kontakt mit Mrs Mpundu und ihrer Nichte, Fiskani. Zusammen mit meiner Familie versuche ich auch die Schule finanziell zu unterstützen und bin gerade dabei eine Schulpartnerschaft aufzubauen zwischen einer österreichischen Schule und der sambischen. Also, wie man erkennen kann, bin ich ganz begeistert von diesem Land, den Menschen und überhaupt..

Angelika


 Schule

Antonia war von September 2002 bis März 2003 in Sambia, gekommen eigentlich zu einem Praktikum in einer Grundschule, aber es entwickelt sich doch viel mehr daraus. Sie reiste viel, besuchte einige Nachbarländer und hat viel Lebenserfahrung gesammelt:

Endlich, nach 16 Stunden Reise kam ich an und stand auf sambischem Boden. Als ich aus dem Flugzeug stieg, war der Anblick genauso, wie ich ihn mir vorgestellt habe – rote Erde, staubig, trocken. Trotzdem lilafarbene Bäume und wunderschön bunte Sträucher. Mein Rucksack war zum Glück da, meine Gastmutter nicht. Abgeholt wurde ich dann doch irgendwann und mein Afrika- Abenteuer begann...

In den ersten Tagen war alles total fremd, so völlig anders als in Deutschland. Auch trotz Erzählungen von anderen hätte ich nie gedacht, dass ich einen derartigen Kulturschock bekommen würde.

Die ersten Wochen an meinem Praktikumsplatz an einer der afrikanischen Grundschulen waren allerdings sehr schön. Die Leute waren sehr nett, auch wenn sie schnell das Interesse an Gesprächen verloren und vorzugsweise in ihrer Stammessprache miteinander sprachen. Dennoch hat es mir viel Spaß gemacht, mit zu unterrichten und die Kinder waren einfach unheimlich süß. Es waren immer nur 4 Stunden am Tag Schule, die Lehrer hatten weder einen richtigen Lehrplan und konnten auch nicht viel unterrichten (da auch die 7 jährigen teilweise kaum schrieben oder lesen konnten), so saß ich oft dabei und habe zugehört.

Nach einigen Gesprächen mit dem Schulleiter bekam ich dann auch eine Klasse mit der dazugehörigen Lehrerin zugeteilt, bei denen ich dann auch eigenständig meine ersten Unterrichtsversuche machen konnte.

Ich fing an mit einem anderen internationalem Praktikant ziemlich verrückte Ausflüge zu unternehmen. Ein Wochenende fuhren wir per Anhalter ganz in den Süden Sambias zu einem der Nationalparks. Wir hatten kaum Wasser und wenig Essen dabei. Total lebensmüde, jetzt im Nachhinein. Doch wir hatten Glück, ein Auto mit zwei netten Menschen sammelte uns ein, die uns mit in den Park nahmen und wieder zurück nach Lusaka fuhren. Mit einem befreundete ich mich so, daß ich meinen ganzen Aufenthalt, also die 6 Monate in Kontakt mit ihm stand und wir die schönsten Ausflüge machten – er hatte nämlich ein Auto. Sehr brauchbar in Afrika, die Entfernungen sind einfach ganz andere als in Deutschland.

Ich fing an, richtig aufzublühen. Auf einmal sah ich all die wunderschönen Seiten Afrikas, die unbeschreibliche Landschaft und vor allem die Aufgeschlossenheit der Menschen dort. Mit meinen blonden Haaren und blauen Augen fiel ich natürlich sehr auf und langsam lernte ich mit der Aufmerksamkeit klar zu kommen und nicht immer im Erdboden versinken zu wollen. 

In der Schule fingen wir an, ein „play“ mit Kindern einzuüben. Am Anfang wurde ich noch sehr gebraucht, das nahm allerdings auch ab.

Ich sprach mit den Leuten einer Chimpansen-Aufzugs-Station. Diese meinten, ich sollte einfach kommen, ich könnte anfangen, wann ich will. Also fuhren meine zwei Freunde nach meinen ersten 2 Monaten Afrika ganz nach oben in den Nordwesten – 7 Stunden Autofahrt, um dort zu erfahren, das alles ein Mißverständnis war und ich dort nicht arbeiten könnte. Ich war enttäuscht und fast schon ein bißchen panisch. Ich wußte nicht mehr was ich machen sollte, ich hatte in Lusaka alles schon aufgegeben.

Dann wurde mir von einem „Women Club“ im Nachbardorf erzählt, ein kleiner Betrieb mit selbstaufgebauter Maismehlmühle und einigen Sozialprojekten. Diese waren total aufgeschlossen und wollten mich am liebsten sofort dabehalten, aber ich konnte mich so schnell dann auch nicht entscheiden, 40 km weg von der nächsten Telefonzelle zu bleiben. Ich hatte einfach Angst.

Nach einer Woche in Lusaka hab ich mich dann aber doch entschieden wieder zu dem Dorf in der Nähe von Chingola zu fahren. Die nächsten 2 Monate dort waren faszinierend, spannend und gleichzeitig aber auch sehr schwer. Wir hatten drei Wasserstellen für die 1000 Einwohner des Dorfes, Waschen und Hygiene musste vernachlässigt werden. Elektrizität hatten wir nur für die Maismehlmühle und das Essen bestand aus Nshima (Maisbrei) mit „relish“. Sowohl mittags alsauch abends. Frühstück gab es nicht, dazu war nicht genug Geld vorhanden. Aber ich hab es geliebt, die Familie bei der ich wohnen konnte, war einfach wundervoll, so nette Menschen... Tagsüber half ich oft auf den Feldern, denn es war Regenzeit und die ganzen Samen mußten schnell eingepflanzt werden. Eigentlich sollte ich mit Hilfe des spanischen Priesters den Frauen im Women Club lesen und schreiben beibringen. Doch das funktionierte nicht, alle waren von ihren Feldern zu sehr eingenommen.

Meine Mutter war eine der Bana Chimbusa, also der Lehrer für die jungen Mädchen vor der Hochzeit und bei den Zeremonien. Das war mein größtes Glück. Somit durfte ich bei der Hochzeitsvorbereitungszeremonie teilnehmen, später bei der wirklichen Hochzeit, Beerdigung und einer Zeremonie, um eine meiner kleinen Gastschwestern in die „Frauenwelt“ aufzunehmen. Alles war so unheimlich ergreifend. Die Tänze, Rituale und alles andere. Manchmal war ich so ergriffen, daß ich nicht wußte, ob ich nun lachen oder weinen sollte.

Sonst erzählten mir die Leute, die Englisch konnten, stundenlang Geschichten oder Traditionen – ich fing an, alles aufzuschreiben. So viele frühere und aktuelle Bräuche hätte ich mir nie merken können. Im Dorf war ich oft fasziniert, wie glücklich und munter manche waren, die uns nur ein paar Minuten vorher erzählt hatten, dass sie seit 4 Tagen nichts mehr gegessen haben.

In den 2 Monaten war ich oft krank, vor allem die Ernährung hatte so ihre Folgen... Ich beschloss über Weihnachten Freunde in Lusaka zu besuchen, mit denen ich über die Feiertage nach Malawi fuhr. Malawi ist so ganz anders als Sambia, viel dichter bevölkert, viel „gepflegter“. Der Wechsel zurück in die „white Community“ war gewöhnungsbedürftig, man war sich auf einmal ganz anderer Sachen bewusst, die selbstverständlichsten Sachen erschienen wunderschön.

Nach den Tagen in Malawi fuhr ich wieder zurück ins Dorf, dort unternahm ich viel mit dem Priester. Ich fing an Bemba (die meistgesprochene Stammessprache) zu lernen und konnte bald meine ersten Konversationen an der Wasserstelle führen. Nach den 2 Monaten ging es mir gesundheitlich so schlecht und ich sehnte mich nach zivilisiertem Leben, so dass ich wieder nach Lusaka fuhr. Ein Freund bot mir seine Wohnung, er wohnte die meiste Zeit bei seiner Freundin.

Als meine 6 Monate Afrikaaufenthalt sich dann dem Ende zuneigten, war ich doch etwas traurig, auch wenn ich gleichzeitig nicht abwarten konnte, wieder zurück nach Deutschland zu kommen. Ich hatte unheimlich viel Glück, so viele unterschiedliche Dinge kennenlernen zu können. Auch wenn es oft nicht einfach war und ich sehr zu kämpfen hatte.

Da ich erst das Leben einer reicheren afrikanischen Familie, dann von dem Leben des Hauptanteils der Bevölkerung und letzlich aus dem Leben der „white community“ miterleben durfte, hab ich jetzt ein ganz anderes Bild von Sambia bekommen, was ich ohne die verschiedenen Blickwinkel nicht bekommen hätte. Es ist ein wunderschönes Land, was einen gleichzeitig traurig und bestürzt, aber auch glücklich und gelassen macht.

Es war eine tolle Erfahrung und ich würde sie immer wieder machen und ermutige jeden, es auch zu tun.

Antonia


SimbabweFlg-Zimbabwe-vsm

 

zimbabwe 1April 2004
Masikati,waswera sei!:)
naja, mein shona is ziemlich bescheiden.... sorry, dass ich mich erst jetzt melde....natuerlich geht es mir prima und ich moechte eigentlich nicht nach deutschland zurueck.... die dinge hier sind nicht ganz so dramatisch wie sie in den deutschsprachigen nachrichten geschildert werden, wenn auch die benzinkrise und inflation real sind...ausfuehrlicher bericht erfolgt spaeter.... ich meld mich...gruesse nach deutschland aus dem sonnigen southern africa....:)

Bye,kat


Sozialer Bereich
Mein Name ist Kathrin und ich studiere Soziologie und Afrikanistik an der Universität Leipzig. ESSB habe ich, wie vielleicht die meisten, über das Internet kennen gelernt. Kurz nachdem ich den Anmeldebogen ausgefüllt hatte, bin ich auch schon nach Berlin gefahren, um mich bei Alawi vorzustellen. Ich äußerte den Wunsch nach Zimbabwe gehen bzw. in einer politisch orientierten Organisation arbeiten zu wollen. Nur einige Wochen (oder waren es gar nur Tage???) später erhielt ich bereits eine Zusage, dass eine Organisation in Zimbabwe gefunden wurde, die sich um die weiteren Formalitäten, sprich Art der Arbeit und Vermittlung der Unterkunft, kümmern würde.

Die Phase der Vorbereitung beinhaltete z.B. Buchung des Fluges, Beantragung des Visums, zahlreiche Arztbesuche, einschließlich der Impfungen, Kauf der wichtigsten Utensilien, die man in einem afrikanischen Land benötigt (Kleidung, Moskitosprays etc.) und Kontaktaufnahme zur Praktikumsstelle bzw. Gastfamilie. Zusätzlich nahm ich an dem sehr informativen Vorbereitungsseminar von ESSB teil (leider konnte ich von den drei Tagen nur einen wahrnehmen).

zimbabwe 2Am 1. Mai 2003 ging es dann für drei Monate nach Harare, Zimbabwe. Ich wurde sowohl in der Gastfamilie als auch auf der Arbeitsstelle aufs Herzlichste empfangen. Trotzdem musste ich mich erst mal an die gesamte Situation gewöhnen: ohne warmes Wasser und ohne Heizung im kalten "Winter – Afrika" war es für einen verwöhnten Europäer wie mich, der bereits beim kleinsten kühlen Lüftchen die Heizung anschaltet, nicht leicht.

Meine Praktikumsstelle lag im Zentrum von Harare, zu der ich täglich mit dem Auto von meiner Gastfamilie gefahren wurde, da meine Gastmutter ebenfalls in der Organisation beschäftigt ist.

Mir wurden verschiedene Aufgabenkomplexe durch meinen Betreuer, einer Volontärin der Vereinten Nationen und Angestellten des UNDP, zugeteilt. Zum einen erstellte ich eine Datenbank aller NGOs in Zimbabwe, zusammengefasst aus verschiedenen Listen, die bei meiner Organisation herumschwirrten. Da es notwendig war die Informationen der in der Datenbank enthaltenen NGOs zu aktualisieren (bspw. Straße, Tel. Nr., Mission Statement), kontaktierte ich sämtliche NGOs, entweder per E-Mail oder Post, mit einem von mir erstellten Fragebogen. Die ausgefüllten und zurückgesendeten Bögen wurden ausgewertet, so dass die Datenbank aktualisiert werden konnte. Die Datenbank selbst war Grundlage für ein geplantes NGO-Verzeichnis, im Herbst diesen Jahres veröffentlicht wird. Am Ende meines Praktikums konnte ich ein so gut wie druckfertiges Verzeichnis abliefern.

Neben der Erstellung eines aktuellen NGO-Verzeichnisses sortierte ich die kleine Bibliothek. Außerdem sammelte ich Informationen, die für eine Erneuerung der Webseite dienlich sein könnten und half bei der Vorbereitung der im September stattfindenden NGO-Ausstellung (z.B. indem ich zahlreiche Telefonate mit diversen westlichen Gebern führte).

zimbabwe 3Ich fand meine Arbeit sehr abwechslungsreich. Positiv zu bewerten ist auch die verantwortungsvolle und selbstständige Arbeitsweise. Leider konnte ich aufgrund der wirtschaftlichen Krise und dem damit verbundenen Benzinmangel nicht viel vom Land und den touristischen Attraktionen sehen. Trotzdem lernte ich viele nette Menschen kennen und gewann neue Freunde hinzu. Ich fühlte mich vollständig in das Leben der Familie integriert.

Ich habe jeden Augenblick meines Aufenthaltes genossen (auch die schlechten). Ich vermisse die Leute, die Arbeit und vor allem das Essen und hoffe das Land und die Menschen bald wieder besuchen zu können.

Kathrin


SwazilandFlg-Swaziland-vsm

swaziland 1swaziland 2


TansaniaFlg-Tansania-vsm

tanzania 2Liebe Freunde, nach einer ganz wunderbaren ersten Afrikawoche im heissen Dar es Salaam (durchschnittliche 38 Grad und Dauersonnenbrand bei weissen Leuten, deren Haut einfach nich fuer das Klima hier gemacht is…), in der ich dank Alawi und seiner Familie schon mehr als nur ein bisschen in das Leben hier eingetaucht bin, hat nun ein neues Abenteuer begonnen – und schon wieder kommt es mir so vor, als ob ich bereits monatelang hier in Mwanza lebe. Um so viel reicher sind mein Kopf und mein Herz bereits nach dieser einen Woche in Dar… Ich nehme so viele Erinnerungen und Emotionen mit… an Abende mit der Familie, stundenlanges Spielen mit den Kindern, Gespraeche in einer Mischung aus English, Kisuaheli, Lachen und Gestikulieren, an Besuche bei Ministern, zu denen Alawi mich einfach mal mitgenommen hat (“Es ist doch wohl am wichtigsten, dass die Minister sehen, dass es Menschen wie dich gibt, die sich fuer unser Land interessieren.”), an Grashuepfer zum Fruehstueck J, an traumhafte Momente am Strand unter Palmen und Baden im 28 Grad warmen Meer, an Fahrten in hoffnungslos ueberfuellten Dalladallas (Bussen), die bis zum Gehtnichmehr mit froehlichen Afrikanern vollgestopft waren, an diese unglaubliche Gelassenheit der Menschen hier, an das Gefuehl, wenn das Wasser nich wie selbstverstaendlich von oben aus der Brause kommt, sondern Duschen darin besteht, sich einen Eimer kaltes Wasser ueber den Kopf zu schuetten, an das afrikanische Hiphop-Konzert, das statt um 8 mal eben um viertel nach 11 anfing, ohne dass es irgendjemanden gestoert hat und bei dem um eins mit einem Schlag der komplette Strom weg war – Tansania life, daran, dass ich nicht einmal miterlebt habe, dass sich irgendjemand ueber irgendwas aufgeregt haette, an das Leben in einer muslimischen Familie, bei der ich mit den Maennern zusammen zuerst gegessen habe und die Frauen und Kinder danach in der Kueche – ein sehr komisches Gefuehl…, an den krassen Verkehr hier und den allmorgendlichen dreiviertelstuendigen Stau, in dem wir regelmaessig standen, der aber in keinster Weise die Vorfreude der Menschen auf den Tag trueben konnte, an die Diskussionsfreude der Tansanier, die es lieben, sich auszutauschen, mit jedem Fremden ein Gespraech anzufangen und einfach so kontaktfreudig sind, dass sich in Deutschland jeder eine Scheibe davon abschneiden koennte, an meine kleine Mwana, die ich so sehr in mein Herz geschlossen hab und den traenenreichen Abschied von ihr, der mir so schwer gefallen ist als wuerde ich sie schon ewig kennen… Ja, und letzten Montag hat nun mal wieder ein Flugzeug auf mich gewartet und mich ans ganz andere Ende von Tanzania gebracht – in mein Zuhause fuer das naechste halbe Jahr. Meine Gastmama bzw eigentlich Gastoma hat mich vom Flughafen abgeholt und mich freudestrahlend mit offenen Armen empfangen, so dass der komplette Flughafen mitbekommen hat, dass ich von nun an ihre Tochter bin J Das war schon mal ein guter Anfang! Hier is nun wieder alles ganz anders als in Dar. Meine Familie is relativ wohlhabend und hat ein schoenes Haus sogar mit Fernseher. Wohlhabend bedeutet allerdings hier nich, dass man ein normales Klo und ne Dusche hat – aber mittlerweile hab ich mich schon so an das morgendliche Wasserueberschuetten gewoehnt, dass ichs gar nich anders haben moechte. Im Haus wohnen die Grosseltern Mama Nyangi und Baba Justus, eine von ihren fuenf Kindern und deren zwei Toechter – Ancila, 9 Jahre und Margareth called Mage, 15 Monate. Ausserdem gibts noch nen Onkel Simon, der immer da is und ein Hausmaedchen – das scheint hier auch normal zu sein. Ich versuch allerdings, meine Waesche selber zu machen und auch sonst immer ein bisschen mitzuhelfen, ich mag es nich, so bedient zu werden. Alle sind total lieb und interessiert und ich schein ihr Bild von den Deutschen wieder verbessert zu haben, nachdem sie vor ein paar Jahren ein deutsches Maedchen zu Gast hatten, das wohl irgendwie unmoeglich gewesen sein muss. Ich weiss nich, wie diese Menschen das hier machen – nach eineinhalb Tagen hab ich mich hier zu Hause gefuehlt und hab das Gefuehl, ein Teil der Familie zu sein. Die Kinder haben mir dabei natuerlich wieder sehr geholfen. Klein-Mage hat mich nach zwei Minuten akzeptiert und will seitdem nicht mehr von meinem Arm. Die Grosse is ein bisschen schwierig, redet manchmal nich viel und is ein bisschen bockig. Ich bin trotzdem ziemlich schnell warm geworden mit ihr – ich glaub, fuer sie isses total schoen, eine grosse Schwester zu haben, mit der sie Arm in Arm durchs Dorf laufen kann J Ich hab sie neulich auch mitgenommen, als ich zusammen mit den Lehrern die Stadt erkundet hab und ich hab das Gefuehl, das tut ihr gut. Mwanza is ganz anders als Dar, die Stadt is surrounded by rocks, wie sie hier so schoen sagen und auch unser Haus liegt inmitten von Felsen. Die Strassen in den kleineren Stadtvierteln wie unserem bestehen alle aus Erde, Asphalt gibts nur auf den Hauptstrassen. Es is sehr gruen und wenn man auf die Felsen hinter unserm Haus klettert, kann man Affen sehen, die dort wohnen. Manchmal kommen sie auch ins Dorf und springen auf unseren Daechern herum. Das Klima is wesentlich angenehmer als in Dar – ziemlich feucht, aber nich so heiss. Bereits seit meinem zweiten Tag in Mwanza geh ich in die Schule – schliesslich bin ich zum Arbeiten hier. Wenn ich jetzt anfang ueber die Schule zu schreiben, kann ich nimmer aufhoeren und die mail wird so lang, dass sie bei der Lichtgeschwindigkeit, mit der das Internet hier funktioniert, garantiert nich durchkommt…

anna-tanzania-01Assembly am Freitag in der St Mary’s School – die Schueler tragen ihre schoenen buntleuchtenden Sport-Uniformen

Deswegen verschieb ich die Schulgeschichten lieber auf die naechste mail – nur so viel: ich hab superviel Glueck, die St Marys School is eine ganz tolle Schule. So viele Schokokinder auf einen Haufen, ihr solltet mich im Schulbus sehen… es is so suess! Fuer mich wird das ne ganz wichtige Erfahrung hier, im Moment schau ich mir alle Klassen an und unterrichte Englisch in der 6. Klasse. 

anna-tanzania-02In der Pause – Anna immerzu umringt von vielen kleinen Schokokindern, genauso wie ihr euch das bestimmt schon vorgestellt habt

Alle Lehrer wollen, dass ich fuer immer hier bleib… Sie sind so lustig und mit ein paar versteh ich mich schon richtig gut. Eins noch: Alle hier sind ganz wild drauf, deutsche Freunde zu haben, denen sie Briefe oder e-mails schicken koennen.

anna-tanzania-03Die Jungs meiner Class 6, in der ich English unterrichte.

Wenn irgendjemand von Euch daran interessiert ist, dann sagt mir doch bitte Bescheid, damit ich Adressen austauschen kann. Muss wohl nich sagen, dass das ne super Chance is, nen Einblick in diese andere Welt hier zu bekommen und ihr den Menschen hier damit einen riesigen Gefallen tut, sie sind so interessiert daran, andere Kulturen kennenzulernen, aber koennen es sich halt nich leisten, mal eben hier rueberzufliegen. Es tut mir leid, wenn ich nich alle mails von euch sofort beantworten kann, das Internet hier is etwas duerftig… Am Sonntag hab ich endlich mal Zeit gehabt ins Internetcafe zu gehn, aber da war leider grad kein network da… Ich muss das noch auschecken, wie und wo das hier in Mwanza am besten geht. Aber statt Internet hab ich dafuer eine Kisuaheli-Lesson bekommen, Simon uebt mit mir. So, ihr Lieben, das naechste Mal gibts mehr… Schick Euch ein paar tansanische Sonnenstrahlen, ein bisschen afrikanische Froehlichkeit und ganz liebe Gruesse in die Heimat!!

Alles Liebe – Eure Anna


 Entwicklungszusammenarbeit 

September 2003
Es hat alles geklappt. Ich wurde vom Flughafen abgeholt, die Leute beim Praktikum sind nett und meine Gastfamilie auch.

Allerdings habe ich leider nicht wirklich was zu tun beim Praktikum, was bei acht Stunden am Tag doch recht langweilig werden kann.

Ansonsten habe ich Hannah und Florian getroffen. Ganz zufaellig, schliesslich hatte ich sie in Berlin nicht kennengelernt. Wir sind uns in Bagamoyo uebern Weg gelaufen und hatten uns die letzte Woche zu einer Safari im Norden Tansanias zusammengefunden. War sehr erlebnisreich.

Eva


 Frauenempowerment 

September 2003
Es hat alles wunderbar geklappt - ich hatte eine super Zeit und wirklich nichts ist schief gegangen! Um so erfreulicher, wenn man an die "Anfangsschwierigkeiten" mit dem Praktikumsplatz im Vorfeld denkt.

Alawi hat sich ja bei mir (bzw. meiner Familie in Dar) nach meiner Ankunft gemeldet. Die Email-Adresse von Alawi/ESSB hatte ich dummerweise vergessen, deswegen habt ihr nichts von mir gehört, sorry.

Bin wieder gesund und um viele Erfahrungen und Freundschaften reicher zurück, bin aber grad schon wieder auf dem Sprung in den Urlaub und hatte deswegen noch keine Zeit, mich zu melden. Ich ruf aber Alawi auf jeden Fall an, wenn ich wieder zurück bin.

Nochmals herzlichen Dank für die Praktikumsvermittlung - es war wirklich super!

Sandra


 Nichtregierungsorganisationen (NGO's) 

August 2004
Mirko (24), Student Politikwissenschaften März /April 2004

Die 6 Wochen, die ich in Tansania verbracht habe, gehören zweifellos zum interessantesten und spannendsten, was ich bisher so erlebt habe!

Insgesamt waren diese Wochen für mich persönlich sehr wertvoll, wobei einem dies erst zu Hause im Rückblick auf die Erlebnisse wirklich bewusst wird! Ich habe in Tansania viele nette Menschen kennen gelernt, ja ich kann sogar behaupten, dass ich in diesem Land jetzt wirklich Freunde habe! Tansania ist ein wirklich faszinierendes Land und das meine ich in jeder Hinsicht! Landschaftlich, also von der Natur her, ist es schon so etwas wie ein Paradies auf Erden! Ich hatte das Glück, während meiner Zeit vor Ort ein wenig im Land herum zu kommen! Zwar habe ich die meiste Zeit in Dar es Salaam verbracht, ich konnte jedoch auch viele andere schöne Gegenden und Orte in Tansania bewundern! Ich war in Bagamoyo, Morogoro, Arusha und in der Maasai-Steppe! Die langen Busfahrten durch Tansania haben mir zudem viele weitere wunderbare Eindrücke vermittelt!
Es ist schon etwas ganz Besonderes, wenn man inmitten der tansanischen Wildnis den berühmten Maasai die Hände schütteln darf und einen unmittelbaren Einblick in ihren Alltag bekommt! Unglaublich schön ist es auch Zebras, Gnus, Giraffen und Strausse in freier Wildbahn und in direktem Miteinander mit den Maasai beobachten zu können! Das sind wirklich unvergessliche Momente, die einem niemand mehr nehmen kann und die man echt genießt! Die Vielfalt der tansanischen Natur mit eindrucksvollen Gebirgen (nicht nur der Kilimanjaro), endlos weiten Steppen, traumhaften Stränden und lebhaften Städten und Dörfern ist unbedingt mehr als nur eine Reise wert! Aber auch das Leben und die Menschen in Tansania sind einzigartig und absolut interessant!
Vor diesem Hintergrund war es für mich auch absolut perfekt, dass ich bei einer „Gastfamilie“ untergebracht war! Ich denke, dass man als Praktikant, der natürlich neben dem Praktikum für gewöhnlich auch etwas von der Kultur, dem Leben und den Menschen mitbekommen, mitnehmen und lernen will, in einer Gastfamilie die besten Bedingungen dafür serviert bekommt! Allerdings denke ich auch, dass es für diese Art der Erfahrung wesentlich hilfreicher ist, wenn ESSB versucht, die Praktikanten in Durchschnittsfamilien unterzubringen! Ich habe in Tansania auch reichere Familien mitbekommen, deren Lebensstil aber natürlich nicht das widerspiegelt, was die Mehrheit der Bevölkerung hat und lebt! Ich denke, wenn man ein afrikanisches Land besucht und dort auch eine längere Zeit verbringt, dann sollte oder muss man mit dem (im Vergleich Europa) sehr harten Leben konfrontiert werden, gerade auch weil es dem Großteil der Menschen dort materiell/hygienisch gesehen leider alles andere als gut geht und weil es zudem oftmals wirklich erschreckend bis schockierend ist, was das verwöhnte europäische Auge so zu sehen bekommt! Auf der anderen Seite denke ich aber auch, dass man gerade in den afrikanischen Durchschnittsfamilien und denen, die vielleicht unter dem Durchschnitt leben, feststellen kann, dass das Leben längst nicht nur aus materiellen Dingen besteht! Ich habe viele Menschen erlebt, die zwar materiell gesehen sehr arm sind, die aber von ihrer Lebenseinstellung her uns Europäern, die wir doch materiell wesentlich reicher sind, um Längen voraus sind!
Tansanier sind sehr gastfreundliche Menschen, die ohne weiteres das, was sie haben mit anderen zu teilen bereit sind! Ich wurde überall, wo ich zu Besuch kam herzlich und sehr freundlich empfangen! Zum Abschied bekam ich oft zu hören, ich sei jederzeit wieder willkommen! Das ist echt beeindruckend und hat mich sehr fasziniert! Natürlich muss man sich bei der Betrachtung eines afrikanischen Landes stets vor Augen halten, dass die meisten Menschen doch in großer Armut und in sehr schwierigen Verhältnissen leben! Daher gibt es verständlicherweise neben all den guten Erlebnissen und Eindrücken der Menschen manchmal auch weniger angenehme Situationen! Die Hautfarbe spielt dabei sicher eine nicht unwichtige Rolle! Ich will damit nicht sagen, dass ich in irgendeiner Form Rassismus erfahren habe! Nein!!! Aber es ist doch so, dass man als weißer Europäer teilweise etwas schief angesehen wird, wenn man durch die Straßen schlendert! Das ist manchmal doch etwas unangenehm, da man es in Europa ja auch normalerweise nicht gewohnt ist, der zentrale Blickfang zu sein! Man ist sich bei den Blicken, die man auf sich zieht nicht immer sicher, ob sie positiver oder negativer Art sind und so beschleicht einen manchmal doch ein etwas mulmiges Gefühl! Allerdings ist dies auch eine interessante Erfahrung und mit Sicherheit sehr lehrreich! Nach all diesen Dingen, die das Land im Allgemeinen betreffen, werde ich nun noch mal auf mein Praktikum zu sprechen kommen! Praktischerweise war mein Gastgeber zugleich mein Praktikumsgeber, was die ganze Eingewöhnung in Tansania und in die Arbeit doch ungemein erleichterte! Ich wurde von Anfang an nett und freundlich aufgenommen und auch während der gesamten 6 Wochen haben wir uns sehr gut verstanden und hatten viel Spaß, ohne dass dabei der Ernst der Arbeit zu kurz kam! Wie bereits angedeutet war meine Unterkunft (verglichen mit europäischen Maßstäben) sehr bescheiden! Ich habe zwar in einem ordentlich gebauten Haus gewohnt, aber es gab weder fließendes Wasser, noch elektrische Geräte wie Kühlschrank, Radio oder Fernsehen im Haus (Ausnahme bildete ein ziemlich alter PC)!
Allerdings waren dies genau die Verhältnisse, die ich erleben wollte, denn ein Sinn meiner Reise war es ja, Afrika pur kennen zu lernen! Anfangs war es sicherlich schwierig, die neue und ungewohnte Umgebung zu verinnerlichen und sich an die anderen Umstände zu gewöhnen, doch im Laufe der Zeit wurde es dann zunehmend besser! Der Mensch ist eben ein Gewohnheitstier!

Mein Praktikum habe ich bei einer Organisation absolviert, die sich schwerpunktmäßig für die Rechte von Kindern einsetzt! Arbeitstechnisch hatte ich persönlich dabei nicht wirklich viel zu tun! Meine Hauptaufgabe war das Lernen! Man kann auch sagen, dass ich es mir selbst zur Aufgabe gemacht habe, aufmerksam das Land, die Menschen und das Leben in Tansania zu „studieren“! Die Organisation, bei der ich mein Praktikum absolviert habe, befindet sich derzeit noch in den Kinderschuhen! Sie ist im Aufbau und es ist auch noch ein langer und harter Weg, bis die ehrgeizigen und guten Ziele erreicht werden! Das gute Vertrauensverhältnis zwischen meinem „Chef“, den anderen Mitgliedern der Organisation und mir machte es möglich, dass wir uns auf allen Ebenen sehr gut und produktiv über die Organisation und ihre weitere Entwicklung unterhalten, beraten und verständigen konnten!
Neben dem „Studium“ diverser Materialien von UNICEF und anderen in der tansanischen Entwicklungshilfe tätigen Organisationen, habe ich bei den häufigen Begleitungen meines „Chefs“ zu vielen Terminen (bei Schulen, Familien und diversen Organisationen, wie UNICEF, Plan, etc.) einen guten Einblick in das System bekommen! Es ist interessant zu wissen, wie Entwicklungshilfe vor Ort praktiziert wird, wie sie funktioniert! Und es ist sehr beruhigend zu sehen, dass wirklich versucht wird, viel für die Menschen zu tun! Dabei sind es schon kleine Erfolge, die Mut zum Weitermachen geben! Die Menschen, die ich erlebt habe, sind sehr dankbar, selbst für die kleinste Hilfe! Ich wiederum bin den Menschen (insbesondere den Kindern) dankbar, dass ich solch tiefe Einblicke in ihr Leben gewinnen konnte! Ich denke, dass diese Reise und all meine Erlebnisse, die ich hier gar nicht alle im Einzelnen schildern kann und möchte, mir für die Zukunft noch sehr von Nutzen sein werden! Wir in Europa können von den Menschen in Afrika noch vieles lernen! Seit meiner Rückkehr habe ich stets versucht, meinen Freunden und Bekannten ein anderes Bild von Afrika zu vermitteln, als sie es zumeist bisher kannten!

Afrika ist wunderschön! Es gibt Orte, an denen wähnt man sich im Paradies!

foto-poppDoch man darf natürlich auch nicht den Blick für die vielen Probleme verlieren! Dennoch denke ich, dass Afrika immer eine Reise wert ist und ich hoffe, dass es mir vergönnt sein wird, noch viele andere afrikanische Länder zu besuchen! Auch mein Patenkind in Sambia soll von mir noch Besuch erhalten! Schließen möchte ich mit einem Satz, den ich in meinem Reiseführer für Tansania entdeckt habe, in dem ein alter Mann dem Autor gegenüber sagt:
„Africa is magic … and Tanzania is the magician!”

Mirko 


 Mai 2004 Lucy (21), Ergotherapeutin 

Januar bis April 2004, NGO Arbeit mit Behinderten
Studentin Sonderpädagogik

Es war so wunderschön in Tanzania, ich wollte nicht mehr weg. Die Menschen dort sind einfach total freundlich. Meine Gastfamilie war super lieb und nach dem Tod meiner Mutter waren alle sehr bemüht um mich. So bin ich denn ganz gut darüber hinweg gekommen.

Jetzt beginne ich nächste Woche meine Arbeit in einem Luxus Altenheim in der nähe von Hamburg und Dar es Salaam scheint eine Ewigkeit entfernt. 

Die Arbeit im Office war echt interessant und hat mir neben Kopfzerbrechen auch Freude bereitet. Ich hatte am Anfang überhaupt keine richtige Vorstellung davon was ich dort machen sollte. Es war im Endeffekt auch nicht so ganz mein Arbeitsbereich. Aber dennoch war es schön dort Einblicke zu erhalten und herauszufinden was eine NGO ist und wie sie arbeitet. 

Ich hatte in der ersten zeit Schwierigkeiten mit dem Englisch. Erstens habe ich mich nicht so recht getraut zu sprechen und dann habe ich auch kaum etwas verstanden. Ich dachte die ganze Zeit mein Wortschatz reicht nicht aus, das hat mich gelegentlich zur Verzweiflung gebracht, ich wollte sie dort doch so gerne verstehen. Später fand ich dann heraus das es gar nicht so sehr an meinem Wortschatz lag, sondern viel mehr an der ungewöhnlichen Aussprache der Afrikaner. Besonders bei Jesse , dem Koordinator, hatte ich mit dem Verstehen so meine Schwierigkeiten. Das gab sich dann aber etwas später und ich fing dann auch an zu sprechen. Kommunikation ist etwas herrliches!

Ich habe die ersten 4 Wochen damit verbracht, mich im Office einzuleben und eine Zusammenfassung über Ergotherapie zu schreiben. Ein besonderer Punkt dabei war, den unterschied zwischen Physiotherapie (was die Menschen dort größtenteils kennen) und Ergotherapie zu erklären.

Jesse fand das alles ganz interessant, er selber wusste auch nichts über Ergotherapie. Dann kam Carolin, mit der ich mich sehr gut verstanden habe. Gemeinsam haben wir neben der Arbeit versucht dieses Wundervolle Land zu entdecken. So waren wir z.B. ein Wochenende auf Zanzibar und ein anderes im Mikumi National Park.

Im Office waren wir damit beschäftigt unsere Präsentation für die Universität von Dar es Salaam vorzubereiten. Mein Gott war ich da aufgeregt, einen Vortrag in Englisch vor so vielen Menschen zu halten... Nun ja, Jesse und auch diese Professoren der Uni waren anscheinend ganz zufrieden mit unseren Vorträgen. Wir haben mit dem einen Professor später noch gegessen und er hatte eine Menge fragen an uns. Mein Vortrag war über Ergotherapie und ihr Konzept und Carolin hat etwas über Inclusive Education erzählt.

Nach diesem Ereignis haben wir uns verschiedene Schule in Temeke und Kinondoni angesehen. Das war auch sehr interessant. Wir haben „normale“ Schulen, also Primary Schools mit Units (Das sind Klassen für behinderte Schüler) und Sonderschulen besichtigt und hatten die Gelegenheit einige Gespräche mit Lehrern zu führen.

Danach haben wir Interviews mit verschiedenen Eltern von Behinderten Kindern geführt. Das war dann total mein Interessengebiet und ich fand einige sehr spannende Dinge heraus.

Mama Alawi, meine Gastfamilienmutter, war auch ganz aktiv und hilfsbereit und hat uns noch zu einigen Krankenhäusern begleitet, die wir dann besichtigen konnten.

Alles was ich ausgearbeitet habe, habe ich schriftlich in Englisch dokumentiert und hier zuhause auf einer Diskette. Ich weiß nicht in wie fern das Ergebnis meiner arbeit für euch wichtig ist, aber wenn ihr das mal lesen wollt kann ich es euch schicken.

Ich denke 3 Monate in einem Fremden Land ist eine sehr kurze Zeit, aber es ist auch lange genug um einen Eindruck zu bekommen, wie das Leben dort im allgemeinen so vor sich geht.

Ich war die ganze Zeit die ich dort war, trotz aller Umstände wie dem Tod meiner Mutter oder meiner mehrmaligen Krankenhausaufenthalte (ich hatte 2 mal heftige Mageninfektionen), sehr glücklich. Möglicherweise glücklicher, als ich es in Deutschland jemals gewesen bin.

Ich möchte sehr bald wieder nach Tanzania fliegen. Wenn alles klappt fliege ich diesen Sommer wieder hin. Dann allerdings nur für 3 Wochen. Danach habe ich mein Examen. We n n ich bestehe bin ich im Oktober fertige Ergotherapeutin. Ich möchte mir dann einen Job in Tanzania suchen.

In der Zeit die ich nun dort war, konnte ich herausfinden, das ich mich da sehr wohl fühle und ich wenigstens einen Teil meines Lebens dort verbringen möchte. Und ich fand heraus das es in Tanzania Ergotherapie gibt und vor allem benötigt wird.
Ich konnte nach langer Informationssuche in Erfahrung bringen, das es in Moshi ein Krankenhaus gibt, das KCMC Hospital, welches eine Abteilung hat, in der anscheinend von einer Holländerin Ergotherapie unterrichtet wird und diese Lady Schüler ausbildet. Ich habe das leider erst ganz zum Schluss erfahren, so gab es keine Möglichkeit für mich diese Schule zu besuchen. Aber ich hatte das Glück, das ich 2 mal Ergotherapeuten bei der Arbeit zusehen durfte. Im Muhimbili Hospital gibt es zwei Ergotherapeutinnen und eine Schülerin der Ergoschule, die zur Zeit ihr Field Work dort macht. Die Ergotherapeuten in Tanzania arbeiten bis jetzt überwiegend mit Psychiatrischen Patienten und sie arbeiten ganz eng mit den Physios zusammen. Es war sehr aufschlussreich für mich und wir hatten einen regen Austausch.

Während der Zeit die ich nun dort war hat sich mein Englisch stark verbessert, dennoch muss ich wohl noch einige Kurse belegen um mein Englisch dem Niveau anzupassen.

Ich habe auch jeden Tag Swahili gelernt, was mir sehr viel Spaß gemacht hat. Aber ich hatte auch zwei sehr gute „Lehrer“ dort, die beiden sprechen so gut wie gar kein Englisch, was eine gute Vorraussetzung für schnelles Lernen ist, wie ich festgestellt habe.

Zur zeit mache ich einmal Wöchentlich bei einem Swahili Kurs mit, der von der Volkshochschule Lübeck angeboten wird.
Es ist schön.
Wahrscheinlich ist es noch ein langer Weg, aber ich hoffe das ich meine Träume irgendwann verwirklichen kann.

Ich bin sehr glücklich und dankbar, das ich diese Erfahrung, die mein Leben bereichert hat, machen durfte. Und ich bin euch dankbar das ihr es möglich gemacht habt und mich dorthin vermittelt habt. Dadurch habt ihr mir eine Tür in dieses Wunderbare Land geöffnet. Dankeschön!

So okay, das war es erst mal von meiner Seite. Also wenn ihr Interesse an meiner Arbeit aus dem Office habt, oder sonst irgendwas ist, lasst es mich wissen.

Bye Lucy


 April 2004 

Bericht über meinen Aufenthalt in Tansania
Caroline (21), Studentin Sonderpädagogik

Am 26. Februar 04 ging’s los. Ich habe mich in’s Flugzeug nach Afrika gesetzt, um ein vierwöchiges Praktikum bei einer NGO im Behindertenbereich in Dar Es Salaam zu machen. Als ich spät abends am Flughafen ankam haben Jesse (Coordinator) und Lucy (auch Praktikantin aus Deutschland) schon auf mich gewartet. Die beiden haben mich dann zu meiner Gastfamilie gebracht. Dort bin ich sehr herzlich aufgenommen worden. Ich hatte mein eigenes Zimmer und sogar ein kleines Bad für mich. Das einzige Problem war, dass ich kein Moskitonetz hatte und doch ziemlich oft gestochen wurde. An das Essen (z.B. jeden Tag Fleisch und Reis) und an die Hitze musste ich mich auch erst mal gewöhnen. Sonst hab ich mich aber gleich richtig wohl gefühlt. Alle waren sehr nett.

Meine Aufgabe bei der NGO war zunächst zu beschreiben, welche Bildungsmöglichkeiten behinderte Kinder in Deutschland haben. Darüber haben wir auch einen Vortrag an der Universität von Dar Es Salaam gehalten. Dann haben wir mehrere Schulen, Krankenhäuser und Eltern von behinderten Kindern besucht, um herauszufinden, wie die Situation der Behinderten in Tansania ist. Die NGO plant zur Zeit ein Programm zur Integration von behinderten Kindern in Regelschulen. Das war sehr interessant für mich.

foto-carolineLucy und ich haben viel zusammen unternommen. Es ist lustig und spannend im Dalla-Dalla durch Dar Es Salaam zu fahren oder die Märkte in Kariakoo und Mwenge zu besuchen. Oft waren wir nach der Arbeit auch noch am Strand zum Baden. Außerdem haben wir zwei Wochenend-Ausflüge gemacht: nach Sansibar und nach Mikumi. Beides war total schön.

Ich habe viel erlebt und die vier Wochen waren viel zu schnell vorbei. Tansania ist ein faszinierendes Land und ich möchte auf jeden Fall nochmal dorthin reisen.

Caroline


 April 2004

Hallo nach Berlin!

Sorry, dass ich mich laenger nicht gemeldet habe! War keine boese Absicht!
Derzeit habe ich leider nicht soviel zu tun! Aber es geht mir gut, ich bin nach wie vor gesund! Letzte Woche habe ich mich mal mit Nadine (Donnerstag) und mit Helen getroffen! Die beiden sind ja auch gerade in Dar! War ganz angenehm, mal wieder Deutsch reden zu koennen! Mit Helen und Ismail war ich sogar am Wochenende in Bagamoyo! Echt ein nettes Oertchen! Naja und das Wetter ist hier derzeit eh unschlagbar! Manchmal ist es schon fast zu schlimm! Die Hitze laesst die Haut nie trocknen! Manchmal beneide ich euch um eure niedrigen Temperaturen! Vor allem Nachts koennte es mal kuehler sein, tagsueber aber auch! *g*
Ja, anonsten ist derzeit echt nicht so viel los! Ich bin viel am Lesen und versuche mich auf diversen Ebenen weiterzubilden, z.B. im Bereich der Kinderrechte und Aufbau von NGOs! Ismail hat da gute Unterlagen! Am Montag waren wir in einer Schule, wo einige ausgewaehlte Kinder ihre Meinung zu einem Regierungsprogramm (Verbesserung der Bedingungen in den Schulen) abgeben sollten! Die Antworten waren echt krass! Manche haben nicht mal genug Geld, ihren Kindern Schuhe fuer die Schule zu kaufen! Auch die Betreuung durch Lehrer und Eltern laesst stark zu wuenschen uebrig! Und dass es an Lehrmaterialien, Lehrern und Klassenraeumen mangelt, ist ja eh klar! Hier gibt es ueberall noch viel zu tun, wenn man den Kindern ne wirkliche Zukunft schenken will!
Ich glaube aber, dass mir all meine Erlebnisse und Erfahrungen hier erst richtig bewusst werden, wenn ich wieder in Deutschland bin! Es sind immer so viele Kleinigkeiten, die einem auffallen, wenn man rausgeht! Aber ich fuehre ja auch Buch ueber alle Erlebnisse und Eindruecke! Das muss man wohl auch, denn sonst wird es sehr schwer! Also, sobald wiedermehr passiert (wird wohl im April sein), melde ich mich wieder ausfuehrlicher! Bis dain erstmal viele liebe Gruesse nach Berlin!

Mirko


 März 2004

Hallo aus Dar es Salaam! Ich bin zwar erst seit Samstag hier, aber es kommt mir schon jetzt wie mehrere Wochen vor! Ich wohne etwas ausserhalb von Dar und zwar mitten in der Wildnis wenn man so will! Das Haus von Ismail, meinem "Chef", ist durchaus sehr bescheiden! Wir haben kein fliessendes Wasser und keinen Kuehlschrank! Aber das Wichtigste ist, dass wir ein Dach ueber dem Kopf haben, denn vor allen Dingen morgens schuettet es hier wie aus Regentonnen! Tropischer Regen, und wie! Fuer einen verwoehnten Europaeer wie mich ist es eine krasse Umstellung! Ich habe das auch gemerkt, denn die ersten Tage waren ziemlich anstrengend! Das Klima ist krass heiss und schwuel und auch die Lebensbedingungen natuerlich! Ich versuche jetzt nach und nach mehr Suaheli zu lernen! Der Vorteil ist, dass Ismail mit drei Jungs zusammenlebt, von denen nur einer relativ gut Englisch spricht! Da muss man was lernen! Ich bringen denen aber auch etwas deutsch bei, weil ja im Sommer noch jemand von ESSB zu Ismail und "meiner NGO" gehen wird! Bisher habe ich noch nicht so viele verschiedene Plaetze Tansanias gesehen! Nur in Dar war ich bisher oefters! Ich habe mich in der Deutschen Botschaft registriert und mit Ismail diverse Termine abgearbeitet (im UNESCO-Gebaeude etc.), wobei er mir gleichzeitig einiges von Dar gezeigt hat! Morgen geht es wahrscheinlich mit ihm fuer zwei Tage nach Dodoma und Am Kilimanjaro haben wir auch noch Termine! Wir werden einige Schulen und andere Mitglieder von der NGO besucht! Ausserdem geht es darum, die Organisation weiter aufzubauen, sie ist noch relativ jung! Was mich bisher sehr beruhigt ist, dass ich derzeit ziemlich gesund bin! Keinerlei Beschwerden! Aber ich bin ja auch noch bis mitte April hier! Also abwarten! Mit den Mosquitos geht es eigentlich! Aber um einige Stiche kommt man zu dieser Jahreszeit nicht herum, vor allem, wenn man wie ich weiter im "Gruenen" wohnt! Zusammenfassend kann ich sagen, dass es bisher ne ganz krasse Erfahrung ist und ich haette nicht gedacht, zu so einem fruehen Zeitpunkt schon so viele verschiedene Aspekte dessen, was Afrika ausmacht zu erleben! Manches ist sehr schockierend, manches bringt einen zu Laecheln! Es ist wirklich alles dabei! Wer aber diese Erfahrung mal gemacht hat, der wird sich wohl in seinem Denken aendern! Bei mir wird es jedenfalls so sein! Die Kontraste zu Deutschland koennten kaum groesser sein!

Ihr werdet bald wieder von mir hoeren! Bis dahin erstmal ein freundliches "Kwaheri"!

Mirko


 Dezember 2003

hallo ihr! ich bin jetzt also seit 2 wochen hier und habe schon so viel erlebt,dass,wenn das so weiter geht, ich nicht weiss, wo ich meine ganzen empfindungen,eindruecke und gedanken hin tun soll.

am mittwoch gehe ich erst mal auf reisen,weil meine organisation in den ferien nicht so viel zu tun hat. ich fahre zusammen mit nasra,dass ist die schwester von meiner mama fatma, nach zanzibar.meine familie ist echt supernett und ich fuehle mich richtig integriert.ich hab sie alle schon jetzt so lieb,dass ich mir den abschied nach 3 monaten gar nicht vorstellen kann...

was die arbeit betrifft,das ist alles sehr spannend, ergreifend und abschreckend zugleich.ich hab jetzt schon viele grausame dinge gesehen und gehoert und das ist der anfang.fatma hat mich mit zu einem 2taegigen seminar mitgenommen in dem es um menschenrechte und natuerlich um die situation der frauen ging.diese ist besonders in den villages katastrophal.heute waren alle von meiner organisation total aus dem hauschen,weil ein dorfaeltester entgegen aller vorschriften alle seine 5 enkeltoechter hat beschneiden lassen! sofort haben sich ein paar auf den weg gemacht,um den mann zur polizei zu bringen.nun droht ihm eine freiheitsstrafe von 5 jahren.

so, ich hab jetzt keine zeit mehr,ansonsten wuerde ich noch stundenlang weiterschreiben.vorgestern hatten wir hier ein recht heftiges erdbeben.war aber nicht weiter schlimm.also dann erst mal

tschuess.

jana


 November 2003 

Praktikum von Juni bis September 2003
Da ich bereits seit meiner Kindheit immer großes Interesse am afrikanischen Kontinent hatte, war ich im Rahmen meines Geographiestudiums sehr an einem Praktikum in Afrika interessiert. Dabei kam es mir vor allem darauf an das dortige Leben der Menschen kennen zu lernen. Mit ihnen in Kontakt zu treten und mehr über sie zu erfahren. Übers Internet bin ich schließlich auf die Homepage von Alawi S. Swabury gestoßen. Bei der Vermittlung meiner Praktikumsstelle zeigte sich Herr Swabury nachfolgend sehr flexibel. Äußerst erfreut war ich darüber, dass er es mir ermöglichte das Praktikum gemeinsam mit einer Kommilitonin zu absolvieren.

Nach der Vermittlung des Praktikumsplatzes erfolgte der erste Kontakt mit der Leiterin der NGO schließlich über E-Mails. Dabei hinterließ sie einen sehr freundlichen Eindruck und versicherte meiner Kommilitonin und mir, dass ihr Fahrer uns zur angegebenen Zeit am Flughafen empfangen würde. Trotz aller Vorfreude und positiven Eindrücke wurde ich vor der Abreise jedoch zunehmend nervöser. Ich wusste nicht, was mich in Tansania genau erwarten und ob alles so reibungslos klappen würde, wie ich es mir erhoffte. Bereits am Flughafen schwand jedoch ein großer Teil dieser Skepsis. Obwohl das Flugzeug über eine Stunde zu früh in Dar es Salaam landete, wurden wir bereits wie angekündigt am Flughafen erwartet. Dieser erste positive Eindruck setzte sich auch bei der Ankunft in meiner Gastfamilie fort. Dank eines sehr herzlichen Empfanges fühlte ich mich bereits sehr früh äußerst willkommen. Insgesamt lebten in der Familie neben den Eltern acht Kinder, so dass es eigentlich nie langweilig wurde. Obwohl die Unterkunft insgesamt sehr einfach und bescheiden war, mangelte es mir persönlich an nichts! Insbesondere beim Essen merkte man, dass die Familie sehr darum bemüht war mich bestmöglich zu versorgen.

Diese Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft und Offenheit der Menschen zeigte sich während meines gesamten dreimonatigen Aufenthaltes auch im Leben in der Öffentlichkeit sowie auf der Arbeit. Eine Beschreibung der Praktikumsstelle und meiner dortigen Arbeit möchte ich im Folgenden nun etwas genauer aufzeigen. So lässt sich der Aufgabenbereich von meiner Praktikaorganisation zunächst wie folgt beschreiben. Es ist eine tansanische NGO, welche darauf abzielt Kindesmissbrauch sowie Prostitution von Mädchen im Alter von 9 bis 19 Jahren in Tansania zu bekämpfen. Dabei kommt es der Organisation vor allem darauf an, betroffene Mädchen aktiv in einen Rehabilitierungsprozess zu integrieren. Neben sexueller Aufklärungsarbeit und formellen Unterrichtsstunden geht es somit vorrangig darum, diese Mädchen im Rahmen von Arbeitsgruppen (Bastel-, Näh- oder Kochgruppen beispielsweise) letztendlich dazu zu befähigen, einer eigenständigen Arbeit nachzugehen und somit ein Einkommen zu erlangen. Im Rahmen meines Praktikums war es mir möglich in engeren Kontakt zu den Mädchen zu treten und somit einen besseren Eindruck über ihre Situation zu gewinnen. Zu meinen allgemeinen Aufgaben zählten u.a. die Teilnahme an Workshops, Debattierkreisen und öffentlichen Veranstaltungen zur Präsentation der Arbeit der NGO. Des weiteren war es mir möglich den Mädchen über Englischunterricht zusätzliches Wissen zu vermitteln. Da die Mädchen vielfach nahezu ausschließlich Suaheli sprachen, kennzeichnete sich die Kommunikation somit als größtes Hindernis bei meiner Arbeit. Aufgrund großer Lernbereitschaft der Mädchen erschien es mir dennoch möglich, mich im Laufe der Zeit mehr und mehr in die Arbeit der Organisation sowie in die Gemeinschaft der Mädchen zu integrieren.

Alles in allem erscheint es mir auf Basis meiner gewonnenen Erfahrungen sehr wichtig, dass man, sofern man sich für ein derartiges Praktikum entscheiden sollte, eine große Offenheit für neue Erfahrungen und Erkenntnisse mit sich bringt. Nur so war es mir aus meinem Blickwinkel möglich die nötige Anerkennung unter den Mitarbeitern sowie speziell unter den Mädchen zu finden.

Insgesamt wird der Aufenthalt in Tansania für mich wohl immer ein unvergessliches Erlebnis bleiben, welches ich stets in positiver Erinnerung behalten werde und auch jedem Interessenten nur empfehlen kann. Jedoch zeigt das Beispiel meines Praktikumsplatzes auch, dass sich Suahelikenntnisse von enormem Vorteil auswirken und die Möglichkeiten des eigenen Aufgabenfeldes deutlich erweitern würden. Ist man aber bereit sich diese Sprache bereits im Vorfeld oder aber während des Aufenthaltes anzueignen (das Leben in der Gastfamilie hilft dabei ungemein!) steht einem eine schöne Zeit mit vielen Erfahrungen und Erlebnissen meiner Ansicht nach nichts mehr im Wege...!

Stefan


  Januar 2004

Hallo ihr Lieben, Es ist Regenzeit. Die Sonne scheint und die 350 Grundschullehrer warten vorm benachbarten Buero seit zwei Tagen von Haendlern umschwaermt auf ihr Gehalt. Heute Abend wird es regnen, wie jeden Abend, und die Strasse vor meinem Haus wird sich wieder in einen reissenden, vom Lehm rot gefaerbten Strom verwandeln. Dann kommen die Kinder raus geschwaermt, stellen sich jauchzend unter den Abfluss der Dachrinne des Gasthauses gegenueber oder lassen sich vom Wasser richtung Busbahnhof treiben. Waehrend der kolossale Masasi Mountain von der Regenwand verschluckt ist kommen ein paar Maedchen mit ihren bunten Plastik-Eimern raus um die Wasservorraete in den Hausern wieder aufzufuellen. Zur gleichen Zeit beten die Bauarbeiter, die am Busbahnhof einen Wasserablauf bauen, dass sie am naechsten Morgen nicht wieder ganz von vorne anfangen muessen. Die Vegetation hat ihren jaehrlichen Wettlauf mit der Zeit begonnen, saugt jeden Tropfen wertvollen Wassers in sich hinein bevor wieder die gnadenlose Hitze der Trockenzeit beginnt. Die Regenzeit bedeutet Leben aber auch Zerstoerung und Tod: Ueberschwemungen, Mosquitos, Schlangen, Malaria und Cholera kommen und gehen mit der Regenzeit.

Waehrend die Menschen anfingen ihre Aecker zu pfluegen und zu bepflanzen war der Anfang der Regenzeit fuer mich mehr durch Rastlosigkeit und Krankheit gepraegt. Ich komme erst jetzt wieder richtig in Masasi und in meiner NGO an. Nach meinem Warten in Dar es Salaam kam erst Weihnachten, dann hatte ich - ja, mich hats erwischt - Malaria, dann Neujahr und ein paar Tage spaeter noch eine Magen-Darm-Grippe. Jetzt bin ich endlich wieder fit, habe aber auch nur noch einen Monat bevor ich langsam anfangen muss mich zu verabschieden und meine Sachen zu packen. Ich werde dann noch viel nachzudenken haben, z.B. woher Angst kommt. Seitdem ich das Kiswahili-Wort fuer Angst kenne wird mir taeglich bewusst, dass viele Menschen Angt vor mir haben und sich ueber mich unterhalten. Es ist nicht die Unsicherheit eines Kleinkindes beim Anblick einer anderen Hautfarbe die nach vorsichtigen Annaehern und Kennenlernen in Vertrauen uebergeht, es ist tief verwurzelte Angst erwachsener Menschen vor Weissen die sich nie alleine mit mir in einen Raum wagen wuerden. Es ist ein komisches Gefuehl!

Ich hoffe ihr seid alle gut ins neue Jahr gekommen, Gregor


 Dezember 2003

Hallo ihr Lieben, Es ist Halbzeit! Drei Monate hinter, drei vor mir. Was habe ich schon erlebt, was kommt noch auf mich zu? Was habe ich fuer Fehler begangen, was werde ich noch falsch machen? Was habe ich bewirkt, was werde ich noch bewegen? Was wollte ich erreichen, was sind jetzt meine Ziele? Was war schwer, was wird jetzt einfacher sein? Ich bin seit drei Tagen in Dar es Salaam, erhole mich etwas vom afrikanischen Leben in einem deutscen Haus mit Deutschen im Luxusviertel und schwitze mich zu Tode. Es ist unertraeglich heiss zur Zeit, aber es wird noch heisser!!! Ich weiss nicht wie ich das aushalten soll... Es tut sehr gut mal etwas Abstand zu Masasi und der NGO zu haben, ein bisschen auf andere Gedanken zu kommen und ueber die vergangenen drei Monate nachzudenken.

Der letzte Monat war nicht immer ganz einfach. Die Menschen sind so anders, sie haben andere Gespraechsthemen, gehen anders aufeinander ein, kommunizieren anders und finden andere Dinge beleidigend oder hoeflich. Oft habe ich mich einsam gefuehlt, ohne Gespraechspartner mit dem ich meine Gedanken teilen kann, der diese zumindest versteht und mir eine Rueckmeldung geben kann. Es ist oft schwer sich auf die Denkweise der Tanzanier einzulassen. Ich sage nicht, dass die eine oder andere Denkweise besser ist, manchmal packe ich mir aber an den Kopf und finde Entscheidungen der Menschen voellig idiotisch. Die Menschen haben hier halt andere Werte und Prioritaeten als wir, da muss ich oft meine Erwartungen an meine Arbeit und Umgebung zurueckschrauben und damit zufrieden sein was moeglich und machbar ist. Was am schwersten ist, ist sich auf das Tempo der Menschen einzulassen. Man koennte imnerhalb kurzer Zeit so viel bewirken, doch muessen sich die menschen mit den Projekten identifizieren damit diese langfristig und erfolgreich sind. Das geht nur wenn die Menschen die Entwicklung selber tragen und durchleben und das braucht halt seine Zeit. Meine Tage hier sind gezaehlt, ich werde Projekte nicht mein Leben lang bewachen koennen! Manchmal bin ich so frustiriert, dass ich mich am liebsten verkriechen und alles vergessen moechte. Doch das sind immer nur Momente die schnell vergehen wenn ich mit den Menschen diskutiere oder Abends mit meiner Familie sitze, Bao oder UNO spiele oder einfach nur dem Kiswahili zuhoere und versuche so viele Woerter wie moeglich aufzuschnappen. Es macht wahnsinnig Spass sich allmaehlich eine fremde Sprache zu erschliessen, einfache Gespraeche fuehren zu koennen, sich zu aeussern! Gerade hier in Dar es Salaam in der weissen Parallelgesellschaft bei der ich gerade untergekommen bin merke ich was fuer ein Glueck ich habe in Masasi zu sein, mit 30 Euro im Monat und einem halben Liter Wasser am Tag zum Duschen auszukommen, die Sprache und Kultur hautnah zu erleben und das Leben mit den Tanzaniern zu teilen.

Viele Erfahrungen, die mich in Masasi sehr praegen koennte ich hier nicht machen. Ich merke aber auch, dass ich Europaer bin und das dort mein Platz in der Welt ist. Ich fuehle mich hier gerade sehr wohl, doch wuerde ich dieses Leben auf Dauer nicht aushalten. Ich liebe Masasi, ich werde mein Leben lang an diese Stadt, seine Entwicklung und seine Menschen gebunden sein, doch wird mich mein Leben glaube ich auch immer wieder zurueck nach Europa fuehren. Ich freu mich schon auf den Tag, an dem ich euch wiedersehen werde! Ich hoffe es geht euch gut!

Machts gut, viele Gruesse
Gregor


 Oktober 2003

Einen guten Monat bin ich jetzt hier! Ich habe schon viel gesehen, viel erlebt und viele Eindruecke gesammelt. Die Arbeit macht mir riesigen Spass! Es ist klar, dass ich nicht die ganze Region verbessern kann. Ich kann nur mit Kleinigkeiten helfen, Hoffnung erwecken, Dialoge ermoegliche, Ideen teilen und Kummunikation vereinfachen. Ich bin zum Beispiel zur Zeit dabei einer Bauern-NGO die Kommunikation nach Indien zu ermoeglichen. Der Kontakt ist da, die 5000 Cashew Nuesse stehen bereit, nur die Telefonleitung aus Masasi raus ist unterbrochen und die NGO hat keine Ahnung vom Internet. Es geht um viel, um 1 Millionen Euro. Alles was ich mache ist ein paar Texte formulieren und ein paar E-mails verschicken, daran ist das Geschaeft die letzten Jahre immer gescheitert!

Eine NGO bildet Waisenkinder in Schneidern und Schuhmachen aus. Ihnen habe ich die Stofffresbee gezeigt, die ich aus Deutschland mitgebracht habe und meinem Gast-Bruder schenken werde. Die Kopie fliegt viel besser als das Original!!

Der Bauern-NGO habe ich auch gezeigt, wie man Cashew Nuesse karamelisiert. Sie wollen jetzt groessere Mengen davon herstellen. Ausser solcher kleinen Tips besteht meine Rolle vorallem aus zuhoeren, NGOs besuchen, sie ermutigen und motivieren. Meine Anwesenheit wird sehr geschaetzt, das gibt mir wiederum viel Energie. Vor zwei Wochen habe ich z.B. eine Rentner-Organisation in einem Dorf besucht. Ich, der Europaeer mit genuegend Fettpolstern an den Hueften komme in das vielleicht aermste Dorf der Welt, nach dem obligatorischem Gaestebuch-Eintrag wird mir bei der extra fuer mich einberufenen Vollversammlung die Organisation vorgestellt, ich soll eine Rede halten und bekomme das Willkommensgeschenk ueberreicht: 10 Eier!!! Ich war kurz vor den Traenen.

Ich wollte nach Afrika unter Anderem um Armut kennen zu lernen. Mir ist in den letzten Tagen bewusst geworden, dass ich Armut aber nur aus den Augen eines Menschen erleben kann, der zum naechsten Automaten fahren und mehr Geld abheben kann als die aller meisten Menschen hier in den naechsten fuenf Jahren verdienen werden! Mein Nachtwaechter bekommt 20E im Monat, die Buerohilfe mit guten PC-Kenntnissen 40E und ihnen geht es gut im Vergleich zu den 75% Arbeitslosen, den 900 Waisen- und Strassenkindern dieser Stadt... AIDS ist ein grosses Problem hier, und Armut ist eine der Hauptgruende dafuer, dass hier jeder vierte infiziert ist. Wenn ich als Frau drei hungernde Kinder haette wuerde ich auch darauf hoffen mich fuer einen Euro prostituieren zu koennen, natuerlich ohne ein Tageslohn-kostendes Kondom! Und wenn ich als Frau nach vier Stunden warten dem Brunnenwaechter seine unrechtmaessig verlangten 10 cent fuer den Eimer Wasser nicht geben kann wuerde ich auch lieber schnell mit ihm hinter den naechsten Busch verschwinden als mein Kinder verdursten zu lassen! Und wer von euch hat Angst vor den Auswirkungen der deutschen Reformen?

Dies alles zu sehen ist verdammt hart und praegend. Es ist was voellig anderes als davon im Fernsehen zu sehen. Aber die Menschen haben Hoffnung und Lebensmut. Sie wollen was erreichen, wollen ihr eigenes Leben in die Haende nehmen und verbessern. Nicht alles gelingt, doch in meiner Praktikumsorganisation gibt es viele gute Ansaetze, kleine und groessere Projekte die den Menschen helfen. Ich bin ein Teil davon und dies alles erleben zu duerfen erfuellt mich mit einem wahnsinnigen Gluecksgefuehl! Ich wuensche jedem von euch solche Erfahrungen!

Gregor


 September 2003

Endlich habe ich es geschafft, einen Internetzugang zu finden. Ich musste dafür 3 Stunden Auto fahren. Ich hoffe es gibt während ich diese Mail schreibe keinen Stromausfall, sonst... Tja, wo soll ich anfangen??? Mir gehts gut! Ich hab mich gut eingelebt, vertrage das Essen, der Kulturshock war nicht ganz so krass, ich lerne fleißig Kiswahili, hab noch kein Malaria, auch kein Cholera oder sonstwas...

Es ist so krass, als ich gestern mit Ola, einem schwedischen Forscher, und Mama Malenga durch einige Dörfer fuhr kamen mir fast die Tränen! Es ist so was besonderes dies alles sehen und erleben zu dürfen! Die kleinen Lehmhaeuser, die Frauen mit ihren 20 Liter Eimern mit Wasser auf ihren Köpfen, Jugendliche die Cashewnuesse und Feuerholz verkaufen wollen, Kinder, die mit selbstgebastelten Bällen Fußball spielen, die Landschaft(!),... Ich wohne in einem Zimmer, teile mir das Haus mit Kajuti, einem ca. 25-Jährigen Elektriker. Ich habe den riesigen Luxus einer Dusche - es kommt bloß kein Wasser raus... Es gibt nur einen Wasserhahn, aus dem alle drei-vier Tage mal eine Stunde lang Wasser kommt. Wenn man den Moment verpasst und die Eimer im Vorratsraum nicht füllen konnte hat man Pech gehabt.

Ich arbeite einem Zusammenschluss von ca. 20 Organisationen, Vereinen und Interessenvertretungen. Ich bin gerade dabei eine Homepage für sie zu gestalten. Die Organisation wurde vor 3 Jahren gegründet, ist also noch nicht sehr erfahren. Das größte Problem ist - wie sollte es auch anders sein - Geld. Ich habe ein paar Ideen, die ich dem Vorstand vorgestellt habe. Im Büro werde ich in den nächsten Monaten von den Mitglieder-NGOs aufgesucht wenn sie irgendwelche Probleme haben. Aufgaben werde ich mir vor allem selber suchen müssen, ob ich mich langweile oder ob ich was erreiche hängt von meiner Kreativität ab. Ich werde mich nicht langweilen!

Für mich verantwortlich ist Mama Malenga, die Sekretärin (ehrenamtlich). Sie ist 48, hat zwei Kinder - alleinerziehend) und unterrichtet an einer weiterführenden Schule. Eine ihrer Haushaltshilfen kocht für mich.

Die Landschaft ist faszinierend! Es ist hier relativ flach, es ragen aber immer wieder riesige Felsen raus, einige sind über 2000 Meter hoch!!! Ich freu mich schon, diese bald besteigen zu können, von dort oben wird man eine wahnsinnige Sicht haben!!!

Meine ersten Eindrücke vom Leben und den Menschen:
- Alles läuft langsamer. Die Menschen kennen keinen Stress, lassen sich Zeit. Man könnte glauben sie würden gerade Urlaub machen. Das Leben ist hart, aber sie sind daran gewöhnt.
- Die Frauen tun mir sehr Leid. Sie sind vor allem in den Dörfern sehr von ihren Männern unterdrückt, halten den Haushalt, erziehen die Kinder und können ihre Rechte meist nicht durchsetzen.

Die Gegend ist eine der Ärmsten Tanzanias, es ist unheimlich trocken, gerade dieses Jahr. Die Menschen laufen zum Teil mehrere Stunden um Wasser zu holen. Hoffentlich fällt in der Regenzeit ab November viel Regen, sonst gibt es hier viele Tote!

Ich habe so viele neue Eindrücke, dass neues mir schon als selbstverständlich erscheint und nur bereits bekanntes mir auffälltt, z.b. war ich fast schockiert eine weiße Frau in Masasi zu treffen!

Es gäbe noch so viel, was ich schreiben könnte!!! Ich hoffe in Zukunft öfter mal Internet zu haben, es gibt ein Kloster in der Nähe, das Internet hat wo ich fragen werde.

Gregor


 

Zwischenbericht aus Sansibar September 2003
Über die Vermittlung der ESSB sollte ich in Sansibar ein 60-taegiges Krankenpflegepraktikum im staatlichen Hospital antreten. Ich kam am 03.08. um etwa 8.00 h morgens am Daressalam Airport an und hatte aufgrund eines ungluecklichen Flugplanes 11 Stunden bis zu meinem Weiterflug nach Sansibar. Am Flughafen wurde ich auch sofort von einem Partner der ESSB empfangen, der sich aufopferungsvoll um mich kümmerte. So brachte er mich gleich zu Verwandten, wo ich meine Sachen aufbewahren konnte, sodass ich gleich einen realen Einblick in das alltaegliche Leben in Daressalam und die Gstfreundschaft der Leute vor Ort gewinnen konnte. Auch half mir Sheki beim Geldwechsel und anderen Dingen, sodass die Zeit in Dar selbst wie im Fluge vorueberging und ich gleich einen sehr guten Einstieg in meinen Aufenthalt hatte. Nach meiner Ankunft am Flughafen von Sansibar wurde ich ebenfalls sofort von einem Mitarbeiter des Hauseigentümers Mr. Khalfan, bei dem ich zu Gast bin, abgeholt. Mr. Khalfan ist ein offensichtlich wohlhabender Mann, da sein Haus einen vergleichsweise gehobenen Standard bietet. Das mir zugewiesene Zimmer ist sehr gross, mit angeschlossenem eigenen Bad. Es liegt im Obergeschoss des Hauses mit anderen zur Vermietung verfuegbaren Zimmern und einer großen Küche. Vom Wohnkomfort her gehört es als Privatunterkunft sicher zum Besseren, was man hier kriegen kann. Das Praktikum selbst ist für mich bislang von großem Wert, Dr. Salum, hat ein der Famulatur recht ähnliches Programm aufgestellt und an meiner ersten Station, der Orhthopädie, dankenswerterweise die Pflegedienstleitung beauftragt, mich in die Abläufe einzuführen. Die Angestellten waren bisher durchweg sehr hilfsbereit und meinen Fragen immer zugänglich. Da die Orthopädie auch die septische Station beherbergt (mit stark infektiösen Wunden) wurde ich gleich mit einer der pflegerisch schwierigsten Sektionen des Krankenhauses vertraut gemacht, was ich äußerst positiv bewerte. Die pflegerische Arbeit übernehmen - auch aufgrund von Kommunikationsschwierigkeiten - die Pflegekräfte meistens selbst, auch weil in den von mir bisher besuchten Stationen Orthopädie, Chirurgie und Gynäkologie trotz hohen Patientenaufkommens die Arbeit sich auf einige wenige Stosszeiten konzentriert. Was im Unterschied zu Deutschland hier allerdings besonders vorteilhaft für jeden Studienanfänger ist, ist die Bewegungsfreiheit und die Möglichkeit zur Teilnahme an der ärztlichen Arbeit. Die Ärzte sind gegenüber allen ausländischen Studenten sehr aufgeschlossen und lassen sie gern an ihrer Arbeit unmittelbar teilnehmen, geben bereitwillig Auskunft über das, was sie tun, und geben sogar - im angemessenen Rahmen - Möglichkeiten für praktische Erfahrungen, die für jemanden in meinem Stadium, in Deutschland so nicht möglich wären. Sicherlich hängt das mit der Werbung zusammen, die sie im Ausland für ihr vollkommen unzureichend ausgestattetes Krankenhaus damit machen. Denn tiefere Einblicke in hiesige Arbeitsbedingungen offenbaren auch, welche finanzielle Hilfe hier nötig ist. Dennoch erledigen die Ärzte, die ich getroffen habe, ihre Aufgabe sehr verantwortungsvoll und unter den gegeben Umständen gut, sodass diese Praktikum auf jeden Fall mehr als ein Aha-Erlebnis in einem Entwicklungsland bleiben wird.

tansania zanzibar 1Sansibar selbst ist natürlich an seinen Stränden traumhaft schön, die Menschen sind relaxt, man hat trotz der vielen "Kontakte", die natürlich meistens geschäftlich motiviert sind, nie das Gefühl der Belästigung. Im Gegenteil sind die Menschen durchweg höflich, wie es sich schon im Begrüßungsritual ausdrückt und erwarten auch die gleiche Höflichkeit zurück. Es ist allerdings NICHT zu empfehlen, mit Euro-Travellerschecks hierher zu reisen. Die werden zwar umgetauscht, aber zu einem deutlich schlechteren Kurs als Bargeld. Und die StoneTown, in der man sich meistens aufhält, gehört meines Erachtens nicht gerade zu den unsichersten Flecken der Welt, sodass wer dort wohnt, nicht um seine Güter fürchten muss. Das ändert sich natürlich, wenn man sich vorwiegend in Michenzani und ähnlichen Vierteln aufhält, wo die Realität der "Trauminsel" ein wenig anders aussieht mit ihren Slums und DDR-Plattenbauten. Es wäre noch soviel Interessantes zu berichten von schönen Märkten, Früchten und Forodhani, dem allabendlichen Treffpunkt aller, die was essen, was kaufen oder sich einfach nur am Meer unterhalten wollen, doch würde das für den Zwischenbericht zu weit führen.

 Christopher


 Gesundheitswesen

Das Hospital in dem ich arbeitete befand sich am westlichen Rande der Massaisteppe Tansanias.

Es ist ein großes Krankenhaus mit gutem Ruf über die Region hinaus, ca. 250 Betten mit ca. 400 Patienten, Abteilungen für Männer und Frauen sind getrennt, separate Gynäkologie mit Geburtshilfe mit hohem Durchlauf und hohem Anteil der Gesamtbehandlungen ambulant und stationär, Infektionsstation für Tuberkulosepatienten (eigene Impfung beachten!), 5 Chirurgen, ca. 8 Medical Assistens, Röntgengerät, Ultraschall, ein großer, ein kleiner OP + 1 Ambulanz-OP.

Recht gute Versorgungslage, aber immer Bedarf nach spezieller Ausrüstung, vor Abfahrt dorthin nach "Wunschliste" fragen und mitnehmen, schöne Geste und sie freuen sich sehr.

Große Ambulanztätigkeit, viele Malariafälle, einige Tbc, viele gynäkologische Fälle. Teils gute medizinische Kenntnisse der Ärzte unter anderem durch eine Partnerschaft zu einem Krankenhaus in der Nähe von Stuttgart und einem entsprechenden Austauschprogramm.

Gute Unterbringung in einem schönen Gästehaus mit 13 einzelnen kleinen Zimmern mit einem Gemeinschaftsraum und einem Eßzimmer. Eine Haushälterin und ein Haushälter kochen, waschen (bei Bedarf) und sorgen für die Gäste und halten das Haus in Ordnung. Umgebung wunderschön, am Rand des Hochplateaus am ostafrikanischen Graben mit Blick auf die Steppe. Gute Trekkingmöglichkeiten z. B. zu einem nahe gelegenen Wasserfall oder auf das Hochplateau zu einem Dorf dort (feste Schuhe!). Interessante Anreise (beim Weg aus Mombasa), teils hart und anstrengend, aber vielfältige Vegetation und Landschaftszonen. Freundliche und hilfsbereite Menschen gerade in den abgelegeneren Gegenden, in den Touristenorten langsam etwas "gewitzter" und dort etwas Vorsicht vor Tricks geboten. Insgesamt ein tolles Krankenhaus mit perfekten Rahmenbedingungen für eine Famulatur. Als sehr hilfreich hat sich die Bereitschaft Kisuaheli zu lernen erwiesen, da das Bemühen wieder viel Freundlichkeit hervorruft. Dafür ist das Buch Kisuaheli aus der "Kauderwelsch"-Reihe sehr zu empfehlen gibt.

Viel Spaß


 Gesundheitswesen

Für meine letzte Famulatur konnte ich einen lange gehegten Traum verwirklichen und nach Afrika gehen. Kurz bevor die ersten von uns losfuhren organisierte Herr A.Swabury noch ein Vorbereitungstreffen, zu dem er verschiedene interessante Referenten eingeladen hatte. So konnten wir uns schon etwas auf unser Abenteuer einstimmen.

Für sieben Wochen war ich in Tansania. In dieser Zeit habe ich vier Wochen famuliert und bin drei Wochen gereist, um noch etwas von Tansanias wunderschöner Natur und seinen wilden Tieren zu erleben. Das Krankenhaus in Tansania und liegt etwa 300 km südwestlich von Arusha im Norden Tansanias. Nominell sind 300 Betten vorhanden, tatsächlich liegt die durchschnittliche Belegung jedoch bei 130%.

Es gibt die Abteilung Innere Medizin (60 Betten), Tuberkulose-Station (60 Betten), Chirurgie (45 Betten), interdisziplinäre Intensivstation (15 Betten), Frauenheilkunde und Geburtshilfe/Neonatologie (70 Betten) und Kinderheilkunde (50 Betten). Dem Krankenhaus ist eine Schwestern- und Hebammenschule angegliedert (80 Plätze). Im gesamten Krankenhaus werden pro Jahr stationär etwa 10.000 Patienten behandelt, ambulant ca. 55000. Dazu kommt eine Mutter-Kind-Vorsorgeklinik mit 25.000 Schwangerenuntersuchungen und 60.000 Vorsorgeuntersuchungen bei Kindern unter 5 Jahren.

Am Krankenhaus sind 8 Ärzte tätig, davon 5 Europäer (2 Chirurgen, 1 Pädiater/Neonatologe, 2 Allgemeinmediziner). Die 3 tansanianischen Ärzte sind allgemeinmedizinisch tätig. Außerdem gibt es 13 sogenannte Medical Assistants oder Clinical Officers, die in etwa die Tätigkeit eines deutschen Assistenzarztes ausüben. Im Labor werden vor allem hämatologische Parameter bestimmt, aber auch Urin-,Stuhl- und Liquoruntersuchungen durchgeführt. Dazu kommen noch verschiedene serologische Untersuchungen (z.B. Hepatitis B, HIV, Brucella, VDRL, etc.).

Eine leistungsfähige Röntgenabteilung ist vorhanden, ebenso ein Ultraschallgerät. Außerdem werden die Gastroskopie, Bronchoskopie und die Zystoskopie durchgeführt. Pro Jahr fallen etwa 2.500 große und kleine operative Eingriffe an. Die meiste Zeit meiner Famulatur habe ich auf der gynäkologischen Station verbracht. Mit durchschnittlich 2200 Geburten und etwa 350 Kaiserschnitten pro Jahr liegt der Schwerpunkt der Abteilung in der Geburtshilfe. Allerdings werden auch Patientinnen mit zahlreichen gynäkologischen Erkrankungen konservativ und operativ behandelt. Viele der Patientinnen haben zusätzlich zu ihrer Grunderkrankung noch tropische Erkrankungen wie Malaria, Amöbenruhr, Rückfallfieber oder Tuberkulose. Entsprechend konnte ich neben den täglichen Visiten bei etlichen Geburten, Operationen sowie verschiedenen Untersuchungen in der Ambulanz zusehen oder assistieren.

Die Menschen habe ich als sehr gastfreundlich und gesprächsfreudig erlebt, sowohl im Krankenhaus, wo wir jederzeit überall zusehen konnten, als auch später unterwegs beim Reisen. So konnte ich in Gesprächen mit Einheimische als auch mit den europäischen Ärzten vieles über das Leben der Menschen in diesem Land erfahren. Auch die Landschaft Tansanias hat viel zu bieten. Neben dem Kilimanjaro gibt es etliche wunderschöne Wildparks, wo man Elefanten, Giraffen, Antilopen, Löwen und viele Tiere mehr in freier Wildbahn sehen kann.

Ein Highlight ist auch die wahrhaft paradiesische Insel Sansibar, die wunderschöne weiße Sandstrände hat, Palmen, Sonne, Korallenriffs, die zum Schnorcheln einladen und Früchte so viele das Herz begehrt. Ich habe sehr viele schöne, interessante aber auch nachdenklich stimmende Eindrücke mit nach Hause genommen und kann nur jeden zu solch einem Auslandsaufenthalt bestärken.


 

Gesundheitswesen
Seit Beginn meines Studiums war es ein Traum, im Rahmen meines Medizinstudiums nach Afrika zu kommen. Ostafrika fand ich besonders interessant, denn es versprach viel von dem, was ich mir unter Afrika vorstellte: Elefanten am Horizont von endlos erscheinenden Steppen, Massai, die in ihren Hütten leben, wie Jahrhunderte zurück und Bananenstauden in tropischen Klimaten. Tanzania hat all diese Erwartungen erfüllt und sogar übertroffen. Nach Tanzania bin ich über die Vermittlung von A. Swabury gekommen, der mir viel bei der Organisation des Famulaturplatzes geholfen hat. Wunschfach für die zwei Sommermonate '99 war Pädiatrie.

Da eine ganze Gruppe von Studenten aus Hannover das gleiche Reiseziel wie ich hatte, hatte Herr A. Swabury, an dieser Stelle nochmals meinen Dank für seine Hilfe, ein Vorbereitungsseminar veranstaltet, das uns eine kleine Einführung ins Kiswahili und Landeskunde gab. An Literatur kann ich den Kauderwelschführer für Kiswahili und den Lonelyplanet-Reiseführer empfehlen. In der Klinik fand ich das Oxford Handbook of Clinical Medicine and Specialities hilfreich. Am Anfang war es schon nicht ganz einfach mit den gegebenen Umständen fertig zu werden. Die Kinderstation war die vollste und geruchsintensivste Station des Krankenhauses. In jedem Bett befanden sich mindestens zwei Personen, meist die Mutter, das kranke Kind und oft noch ein Geschwisterkind. Die Pflege, inklusive Ernährung, wurde von Angehörigen übernommen. Die hygienischen Verhältnisse waren oft für uns Europäer haarsträubend. Ich habe viele Kinder sterben sehen, die ganz sicher in Europa überlebt hätten.

Das Krankenhaus selber liegt in einer abgeschiedenen ländlichen Region und ist mit nominell 300 Betten (tatsächliche Belegung 130%) eines der größten im Land. Es gliedert sich in eine Abteilung für Innere Medizin (60 Betten), Tuberkulose Station (60 Betten), Chirurgie (45 Betten), Intensivstation (15 Betten), Frauenheilkunde und Geburtsheilkunde/Neonatologie (70 Betten) und die Kinderstation (50 Betten). Ich durfte auf allen Stationen bei Untersuchungen und Operationen zuschauen und mir meine Zeit frei einteilen. Dem Krankenhaus ist eine Hebammen- und Schwesternschule angegliedert. Im gesamten Krankenhaus werden etwa 10.000 Patienten pro Jahr stationär behandelt, ambulant ca. 550.000. Dazu kommt eine Mutter-Kind-Vorsorgeklinik. Am Krankenhaus sind momentan 8 Ärzte tätig, davon 5 Europäer und 3 Tanzanier. Ausserdem gibt es Medical Assistents, die in etwa die Tätigkeit eines deutschen Assistenzarztes ausüben.

Die pädiatrische Abteilung hat ständig zwischen 70 und 100 Patienten, in Malariaepidemiezeiten bis zu 150. Besonders häufige Krankheitsbilder waren Malaria, Gastroenteritis, Pneumonie, Tuberkulose, Meningitis und Osteomyelitis.

Für mich war die Famulatur sehr interessant, da ich vorher noch nie in der Kinderheilkunde famuliert hatte und hier auf ein sehr großes Patientenspektrum mit Krankheitsbildern traf, die ich in dieser Ausprägung in Europa hoffentlich nie wieder sehen werde. Die Betreuung durch den deutschen Kinderarzt war sehr gut und lehrreich.

Mit Englisch kommt man ganz gut durch, da es die meisten Schwestern und alle Medical Assistenten und Ärzte sprechen, da die Ausbildung in Englisch erfolgt. Manchmal hatte ich mit dem afrikanischen Akzent zu kämpfen. Außerdem scheint es der Mentalität zu entsprechen, sehr leise zu sprechen.

Mit den Patienten konnte ich praktisch nicht reden. Gegen Ende meiner Zeit konnte ich zwar häufig gebrauchte Vokabeln während der auf Kiswahili geführten Visite verstehen und auch einige Sätze sagen, aber für eine Anamnese war das natürlich nicht ausreichend. Hinzu kam, daß viele der Patienten nur ihre lokale Stammessprache beherrschten, also kein Kiswahili verstanden.

Von dem deutschen Arzt und seiner Frau, die ebenfalls Ärztin war, wurden wir sehr freundlich aufgenommen. Er hat uns anfangs mit Lebensmitteln ausgeholfen und uns hilfreich bei der Organisation unserer Ausflüge zur Seite gestanden. Mit den anderen Euroäern, viele von ihnen waren Norweger, war das Verhältnis durchweg sehr freundlich. So hatte ich das Gefühl, daß ich mich mit einem Problem jederzeit an mehrere Ansprechpartner hätte wenden können.

Für mich war diese Famulatur sehr spannend. Vielleicht noch nicht einmal vom medizinischen her gesehen, sondern von dem, was ich über das Leben von Menschen erfahren habe, das sich in völlig anderen Realitäten, als bisher von mir erlebten, abspielt. Ich mußte mich in diese Welt integrieren und versuchen, mich für ihre Denkweisen zu öffnen.

Arusha, die nächste größere Stadt ist mit dem öffentlichen Bus eine Tagesreise entfernt. In der Regenzeit werden die Straßen, wenn man sie so nennen will, streckenweise unpassierbar. Das Krankenhaus verfügt über eine über Norwegen laufende Satellitenverbindung. 1 Minute am Telefon kostet 3$, eine e-mail zu empfangen 4$, eine zu senden 5$. Außerdem gibt es eine Funkverbindung, über die die Krankenhäuser miteinander in Verbindung stehen.

Tanzanische Shilling kann man nur im Land selbst umtauschen. Für touristische Unternehmungen ist es häufig unvermeidlich, mit Dollar zu bezahlen. Traveller Schecks werden allgemein in größeren Städten akzeptiert.

Wer nach Zanzibar möchte, sollte sich gegen Gelbfieber impfen lassen. Ich habe mich noch gegen Hepatitis A und Typhus impfen lassen. Als Malariaprophylaxe habe ich Lariam eingenommen, was ich über die 4 Monate gut vertragen habe. Aber auch Chloroquin und Proguanil bieten einen guten, wenngleich nicht ganz so sicheren Malariaschutz. Von einigen Touristen habe ich gehört, daß sie mit Doxicyclin zufrieden waren.

Während der ganzen Zeit war ich außer unvermeidlichen Durchfällen und einer Bronchitis nie ernstlich krank.


Gesundheitswesen
Vom 1.8. bis 31.8.2000 habe ich in einem Krankenhaus in Tansania, eine Famulatur gemacht. Dort habe ich meine Zeit hauptsächlich im Kreißsaal und auf der Kinderstation verbracht.

Das Krankenhaus ist für tanzanische Verhältnisse sehr groß. Bugando ist ein staatliches Krankenhaus mit 820 Betten, das in den 60er Jahren von der damaligen DDR gebaut worden ist. Es zählt zu den vier großen Ausbildungshospitälern in Tanzania. Man findet dort eine chirurgische, eine gynäkologische, eine pädiatrische und eine ophthalmologische Station, außerdem eine Station für Innere Medizin, eine Infektionsstation und den Bereich Public Health.

Das Krankenhaus ist in relativ schlechtem Zustand. Die Fenster und die Wände sind überall kaputt. Es mangelt an Betten und Matratzen. Wirklich hygienische Zustände aufrecht zu erhalten ist fast nicht möglich. Daher hat es mich zum Teil tief beeindruckt, unter welchen Umständen die Ärzte und Schwestern dort noch richtig gute Arbeit geleistet haben. Auch viele Geräte fehlen. Zwar gibt es ein Röntgen- und ein Ultraschallgerät, aber für die große Anzahl der Patienten sind diese nicht ausreichend. So mußten die Hebammen im Kreissaal statt auf ein CTG, auf ein zerbeultes Blechhörrohr zurückgreifen. Auf der Kinderstation kann kein Blutdruck gemessen werden, weil es keine Kindermanschette gibt. Urinsticks und ähnliches sind ebenfalls Mangelware.

Vor allem praktisch kann man dort viel lernen. Durch den Mangel an Geräten sind die Ärzte viel gezwungen, ihre Sinne zur Diagnosestellung einzusetzen. Im Kreißsaal ist es z. B. selbstverständlich, daß dort jeder schnell lernt, die Frauen zu untersuchen und zu entbinden, auch per Kaiserschnitt. Die Krankheitsbilder, die man in Tanzania sieht, unterscheiden sich doch sehr von denen bei uns. Auf der Kinderstation liegen vor allem Kinder mit Malaria, Sichelzellanämie, Fehl- und Mangelernährung, Diarrhoe, Tuberkulose und Meningitis. Bei den Erwachsenen findet man ebenfalls Malaria, Sichelzellanämien und Tuberkulose, außerdem besonders bei Gefangenen Pellagra. Da die HIV-Durchseuchungsrate anscheinend bei ca. 50% liegt, sieht man einige Kaposie-Sarkome. Darüber hinaus leiden viele der Patienten an den verschiedensten Wurmerkrankungen. Durch die Nähe zum Victoria-See sieht man auch Patienten mit Bilharziose. In der Gynäkologie sind vesico-vaginale Fisteln, die durch protrahierten Geburtsverlauf entstehen, ein großen Problem. Außerdem werden viele Frauen mit Mehrlingsschwangerschaften, Anämie und Präeklampsie aufgenommen.

Untergebracht wurde ich auf dem Krankenhausgelände in einem Hostel. Dort wohnten außer mir noch ein weiterer deutscher Student und zwei tanzanianische Interns. Das Zimmer war sehr sauber und enthielt ein Bett, zwei Tische und einen abschließbaren Schrank. Bettwäsche und Handtücher wurden regelmäßig gewaschen, und ein Moskitonetz wurde zur Verfügung gestellt. Gegessen habe ich mit den Ärzten in einer Art Kantine. Das Essen war ganz in Ordnung, wenn auch nicht sehr abwechslungsreich. Es gab Reis, Kartoffeln, Fisch, Huhn und Ziege. Dazu gekochte Bananen und rote Bohnen. Für Essen und Unterbringung habe ich etwa 5 Euro pro Tag gezahlt. Mwanza ist die zweitgrößte Stadt Tanzanias und liegt direkt am Victoria-See. Mit 250.000 Einwohnern ist sie im Vergleich zu anderen Städten wirklich riesig. Einige Straßen sind geteert und es gibt Fußwege.

Mwanza hat einen Flughafen, einen Bahnhof, eine Busbahnhof und den Hafen. Kaufen kann man eigentlich alles, nur sind europäische Produkte sehr teuer. Ich habe mich die ganze Zeit sehr sicher gefühlt und wurde nicht nur im Krankenhaus, sondern auch in der Stadt sehr freundlich und herzlich empfangen.

Tanzania liegt in Ostafrika, südlich des Äquators. Es zählt zu den ärmsten, aber friedlichsten Ländern Afrikas und war bis 1995 sozialistisch. In Tanzania leben über 100 Stämme friedlich zusammen. Die Landessprache ist Kiswahili, aber Ausbildungssprache und damit auch die Sprache im Krankenhaus bei Visiten usw. ist Englisch. Es lohnt sich auf jeden Fall, nach der Famulatur noch ein wenig Zeit in Tanzania zu verbringen. Ich habe mich gegen HAV, HBV, Meningokokken, Gelbfieber und Typhus impfen lassen. Als Malariaprophylaxe habe ich Lariam genommen. Alles in allem muß ich sagen, daß sich der doch nicht unerhebliche Aufwand auf jeden Fall gelohnt hat und ich diese Famulatur immer wieder machen würde.

Annika


Marketing in Dar Es Salaam
Einleitung:

Wie wahrscheinlich die meisten Interessenten für ein Praktikum in Afrika bin ich eher zufällig im Internet auf ESSB gestoßen. Nach weiterer Recherche hat mir die Idee jedoch sehr gefallen, während meiner Semesterferien im südlichen Afrika ein Praktikum zu machen. Nach anfänglicher Unsicherheit, ob auch für BWL Studenten ein Praktikum angeboten wird, wurde mir schnell klar, das ich das kleine Abenteuer wagen werde. Herr Swaburi und Jana haben mir schließlich den Kontakt zu einer Firma in Tansania verschafft und ich habe auch schnell per E- mail selbst Kontakt aufgenommen.

Vorbereitung:
Die Vorbereitung hat einige Zeit in Anspruch genommen. Das Visum habe ich bei der Tansanischen Botschaft ca. 4 Wochen vor meiner Abreise beantragt, da ich von einigen Leuten gehört habe, dass es am Flughafen manchmal Probleme gibt. Grundsätzlich ist aber auch dies möglich. Sehr zeitaufwendig war bei mir die medizinische Vorbereitung. (Impfungen, Beratungsgespräch, Prophylaxen usw.) Zunächst habe ich mich im Tropeninstitut München allgemein beraten lassen. Schließlich habe ich mich dazu entschlossen eine Gelbfieberimpfung und eine Polio, Dyphterie Auffrischung zu machen. Gegen Hepatitis A, B war ich bereits geimpft. Als Malariaprophylaxe wurde mir Lariam empfohlen. Zu diesem Thema habe ich mich wirklich ausführlich von verschiedensten Quellen informieren lassen und auch mindestens so viele unterschiedliche Einschätzungen bekommen. Grundsätzlich war ich sehr skeptisch gegenüber Lariam, weil mir aus meinem Freundeskreis einige schlechte Erfahrungen berichtet wurden. Da eine Prophylaxe aber sehr ratsam ist und Lariam anscheinend den besten Schutz gewährleistet, habe ich auch dieses Präparat probiert. Weil ich es jedoch nicht vertragen habe, bin ich auf eine Kombination von Paludrine und Resochin umgestiegen. Zusätzlich habe ich genügend Mückenschutzmittel und ein Moskitonetz mitgenommen. Schließlich bin ich von München über Dubai und Nairobi mit Emirates Airlines nach Dar es Salaam geflogen. Ich habe jedenfalls sehr gute Erfahrungen mit dieser Fluggesellschaft gemacht, auch wenn ich schon anderes gehört habe. Der Flug hat 610 Euro gekostet.

Vorbereitungsseminar:
Am Wochenende vor meinem Abflug habe ich am Vorbereitungsseminar in Berlin teilgenommen. So wurden ca. 30 Teilnehmer auf ihr Praktikum und das Land eingestellt. Inhalt war u.a. Versicherungsschutz, Suaheli Crashkurs, Medizinische Information, Kulturelle Unterschiede. Das Seminar war sehr gut organisiert und es war vor allem hilfreich sich mit anderen auszutauschen. Da einige zur selben Zeit auch in Dar waren, haben wir alle gleich einige Anlaufstationen gehabt.

Praktikum:
Mein Praktikum habe ich bei einer interessanten Organisation machen können. Diese Firma handelt mit unterschiedlichsten Produkten. (Chemikalien für Landwirtschaft, Wasserpumpen, Motorrädern, Klimaanlagen usw.) Der Aufbau ist schwer mit einer westlichen Firma zu vergleichen und daher läuft auch das Arbeitsleben etwas anders ab. Dennoch habe ich mich gut in die Firma einbringen können und sowohl die Firma wie auch ich konnten viel voneinander lernen. Da mein Schwerpunkt in meinem BWL Studium bei Marketing und Unternehmensführung liegt, habe ich mich auch meistens mit diesen Bereichen beschäftigt. Was mir sehr aufgefallen ist, dass die Mentalität der Tansanier ein ganz anderes Arbeitsklima aufkommen lässt. Es gibt zwar einige sehr motivierte Mitarbeiter, doch sind auch viele dabei, die ihre Zeit mit Zeitungslesen oder schlafen absitzen. Wenn man sich daran erst mal gewöhnt hat, kommt man aber schnell mit den einheimischen Gepflogenheiten klar. Die Firma hat ihr Büro in der Innenstadt von Dar es Salaam und so kann man gut die Stadt zu Fuß erkunden. Zusammenfassen kann ich sagen, dass mir das Praktikum sehr gut gefallen hat und ich viele theoretischen Dinge aus der Universität hier anwenden konnte und ich auch ständig gefordert wurde.

Gastfamilie:
Ich konnte bei der Familie meines „Chefs“ wohnen. Am Flughafen wurde ich auch wie abgesprochen von Herrn Njumba abgeholt. Insgesamt besteht die Familie aus 2 Söhnen, 1 Tochter und dem Ehepaar Njumba. Mich hat überrascht, dass dennoch in dem Haus immer mehr Leute gewohnt haben und es auch einige Leute an Personal gab. Da die beiden Söhne in meinem Alter waren, konnte ich auch sehr schnell Kontakte knüpfen und sie haben mir auch sehr viele Interessante Plätze und Leute gezeigt. An das Essen habe ich mich auch schnell gewöhnt. Es gibt vor allem Reis, Huhn und verschiedenste Bananengerichte. Die Familie war im Vergleich sehr wohlhabend und ich habe mich immer wohl und sicher gefühlt.

Die Stadt Dar es Salaam:
Ich habe mich sehr schwer getan einen Überblick zu bekommen, da sie wirklich sehr groß und unübersichtlich ist. Es gibt außerdem kaum Straßennamen und es sind auch nur die Hauptstrassen geteert. Es geht sehr hektisch und laut zu und überall herrscht reger Handel. Große Probleme hatte ich mit dem Straßenverkehr. Es scheint keine Regeln zu geben und fast jeder fährt sehr aggressiv und rücksichtslos. Besonders gefährlich ist es in der Dunkelheit, da es keine Straßenbeleuchtung gibt. Ein zusätzliches Problem ist die Tatsache, dass sehr viele Leute betrunken fahren und es so zu sehr vielen Unfällen kommt. Das Nachtleben ist sehr gut in Dar und im Vergleich zu Deutschland auch sehr günstig. Die Stadt ist jedenfalls sehr gewöhnungsbedürftig und auch nicht mit dem Rest des Landes vergleichbar. Leider gibt es auch eher wenig Möglichkeiten seine Freizeit zu verbringen. Von der Stadt Dar habe ich mir jedenfalls mehr erwartet.

Reisen:
Da ich nur 2 Monate in Tansania war, blieb wenig Zeit auch andere Teile kennen zulernen. Ich habe mich deshalb auf die unmittelbare Umgebung von Dar konzentriert und einen Trip in den Norden unternommen. Vor allem Sansibar ist eine Reise wert. Wir haben die Fähre Richtung Stonetown genommen. Es besteht aber auch die etwas teurere Möglichkeit zu fliegen. Da es starke Unterschiede zwischen Einheimischenpreisen und Touristen gibt, ist es sehr zu empfehlen sich eine working permit vom Arbeitgeber ausstellen zu lassen. Man zahlt anstatt 35 Dollar nur 13 Dollar. In Stonetown ist das Gästehaus Victoria House sehr zu empfehlen. Die Insel ist noch sehr ursprünglich und es gibt unzählige schöner Strände. Wir waren jedenfalls ganz im Norden in den sog. Sunset Bungalows. Am besten ein Taxi nehmen und einfach nur entspannen. Außerdem habe ich eine Safari in Ngorogoro Krater gemacht. Ist auf jeden Fall sehr zu empfehlen, auch wenn man darauf achten sollte einen seriösen Anbieter zu finden. Mit Roy Safari hatte ich sehr gute Erfahrungen. Sonst sind auch die Strände bei Kigamboni sehr schön. Dort kommt man mit der Fähre ab Fischmarkt (10 Minuten) hin und der „Eintritt inkl. Essen“ kostet ca. 3 Euro. Bei meinem nächsten Besuch will ich aber noch unbedingt einige andere Nationalparks besuchen und auch den Kili besteigen.

Sonstiges:
Telefonate nach Deutschland sind sehr teurer. Deshalb habe ich mich auch immer aus Deutschland anrufen lassen. Voraussetzung ist natürlich, dass die Gastfamilie ein Telefon besitzt. Es besteht auch die Möglichkeit sich ein Handy mit Wertkarte zu besorgen um so wenigstens innerhalb von Tansania telefonieren zu können. Dies ist vor allem bei längeren Aufenthalten zu empfehlen. Ohne Telefon ist es wirklich sehr schwierig sich mal mit irgendjemanden zu treffen. Es ist ratsam zumindest die Höflichkeitsfloskeln auf Suaheli zu lernen. Die Menschen schätzen das sehr und werden gleich viel offener mit dir umgehen. Zum Thema fotografieren ist zu sagen, dass man in der Stadt nicht wild los fotografieren sollte. Vor allem ärmere Menschen sehen dies nicht gerne. Außerdem ist es hilfreich, wenn man für die Stadt eine nicht zu grosse und teure Kamera verwendet, da man sonst sehr auffällt und leichter Diebe auf sich zieht. Die 2 Monate waren sehr intensiv und ich habe viel lernen können. Jeden Tag ist irgendetwas anderes unvorhergesehenes passiert und so wird einem hier wirklicht nicht langweilig. Ich kann nur jedem Interessenten empfehlen den Schritt zu wagen und eine ganz andere „Welt“ kennen zulernen. Für weitere Informationen stehe ich euch gerne zur Verfügung.

Michael


Schule in Tanga
November 2003

ich bin grad uebers wochenende nach dar gefahren. ich brauch euch ja nicht sagen, dass es hier bullig heiss ist.... ich wohne fuer die paar tage bei dieser chinesischen frau, ganz schoen stressig kann ich euch sagen, aber es geht schon. ich habe mich heute bei der deutschen botschaft registrieren lassen, falls mal was passieren sollte, was ich natuerlich nicht hoffe. morgen wollten wir nach kakimboni beach , oder so aehnlich, fahren. freu mich schon, war seit ich hier bin noch nie richtig am strand. der strand in tanga ist leider direkt neben dem hafen, oder neben der abwasser oder klaeranlage, also nicht so ratsam dort hinzugehen. aber ansonsten gefaellt es mir echt gut in tanga. die schule ist ganz gut und ich verstehe mich gut mit den lehrern. der direktor der schule, mr kessy, ist ganz wild darauf neue praktikanten fuers naechste jahr zu bekommen, am liebsten fuer laenger, aber auch nur fuer ein paar monate.

tanzania 3es gibt auch haeuser fuer die lehrer auf dem schulgelaende, es wohnen immer 2-3 lehrer zusammen in einem haus, ich uebernachte oefters dort und die kuemmern sich echt alle ganz lieb um mich. aber weswegen ich hauptsaechlich schreibe ist, anfang dezember fangen in der schule die sommerferien an, dass heisst ich habe dann frei bis ich wieder nach hause fliege.

ich wollte dann ein bisschen rumreisen und auch nach dar kommen, vielleicht hat jemand von den anderen praktikanten lust mit mir zusammen ein paar tage zu verreisen. 

viele liebe gruesse 

sarah


Schule in Dar Es Salaam
April 2004
Bericht von Hanna

Hallo Jana! Viele Gruesse aus dem sonnigen Tanga. Sorry dass ich mich laenger nicht mehr gemeldet habe, war viel unterwegs. Es ist also nicht langwerilig geworden in Tanga. Komme gerade aus Arusha zurueck, war zur selben Zeit wie unser Bundesdpraesident dort. Hier laeuft alles sehr gut. Es gefaellt mir sehr gut hier. Allerdings verbringe ich heute meinen letzten Arbeitstag im Buero in Tanga, morgen fahre ich wieder zurueck nach Dar es Salaam. Die Zeit hier geht total schnell vorbei. Am Mittwoch fliege ich schon wieder nach Hause. Ich melde mich wenn ich wieder in Deutschland bin.
Viele liebe Gruesse Hanna

Florian und Hannah zusammen in Tanzania
Bericht von Florian (gekürzt)

MinistryOfWaterAm 17. August war es also so weit: Nach Wochen der Vorbereitung fuhren Hannah und ich nach Zürich zum Flughafen, nein, wir wurden von Hannahs Vater kutschiert.. In Dar es Salaam musste ich mich von Hannah trennen, da wir beide in unterschiedlichen Gastfamilien untergebracht waren. Ich wurde vom Bruder unseres Organisators Alawi eingesammelt und dann gings quer durch die Stadt.

Meine Familie hat mich sehr nett aufgenommen, die habens relativ nobel gehabt. Er war Comissioner bei der Regierung, Sie hatte ein eigenes „Business“. Ich hatte meine eigenes Zimmer, habe da meine Kram abgeladen und bekam dann erstmal ein einheimisches Bier angeboten, „Kilimandjaro-Lager“. Schmeckt. Als es dann mit dem Praktikum losging, taten sich bald die ersten Trübnisse auf: Ich hatte nichts zu tun, war permanent underdressed und wirklich um mich gekümmert hat sich keiner. Bei der NGO verschanzte man sich hinter hohen Mauern und täglich wurde eine neue Krawatte ausgeführt, so kams mir zumindest vor. Ich hab mich also so nach und nach mobil gemacht und bin dann auch bald kreuz und quer durch Dar es Salaam gedüst. Der Verkehr ist abartig, wenns geht, wird bei Weitem zu schnell gefahren (80 und mehr in der Stadt), aber meistens ist im Stau stehen angesagt, da darf die Hupe bloß nicht im Eimer sein!

SamoraAvenueAm ersten Wochenende habe ich dann das erste Mal Hannah im Stadtteil Buguruni besucht. Ist schon ein ganz schönes Eck von Kinondoni aus (wo ich wohnte), besonders wenn Stau ist. Da war jede Menge los, große Familie auf kleinem Raum – da geht was! Nicht so nobel wie bei mir, aber das machts echt nicht aus, wenn die Stimmung so viel besser ist, außerdem will ich nicht Mr. Luxus sein! Naja, Sonntag gabs dann erstmal ne herbe Fleischerfahrung, ich wurde ausgeführt – zum Strand, vor dem leider eine dicke Mauer ist, so dass man nicht ans Meer kann – in ein „Swiss-Resthouse“, sollte wohl was ganz tolles sein, mein Geschmack allerdings nicht.

ShopsAm 26. August war mein Geburtstag, den hab ich allein mit Malaria im Bett verbracht. Das Problem ist, dass man trotz Prophylaxe, Moskitonetz und Spray nicht vermeiden kann, dass man gestochen wird, die Lariam- Prophylaxe schwächt das ganze zum Glück ab, so hab ich 2,5 tage durchgepennt und war dann rechtzeitig zum Wochenende wieder auf dem Dampfer. Und zwar nach Zanzibar, mit Hannah. 
Wir haben uns am Fährehafen getroffen. Ich hab von Hannah's Family Unmengen Geschenke bekommen, und zwar von jedem, obwohl ich doch nur 2-mal kurz da war! Ich war echt gerührt.

BibisNewHome2Zurück in Dar war Alltag angesagt, Hannah und ich haben den nächsten Wochenendausflug nach Bagamoyo gemacht. Dort haben wir uns, sehr idyllisch, in einer Lodge mit kleinen Cottages eingemietet und hatten da unser eigenes kleines Häuschen, waren fleißig baden und sonnen. In Bagamoyo gibts das einzige „Art-College“ in Ostafrika, da sind jede Menge nette Rastafaris unterwegs und üben sich im trommeln, Skulpturen steinmetzen oder schnitzen, malen usw. Wir haben uns von einem der Rastamänner die Stadt zeigen lassen, haben Fahrräder gemietet und sind damit durch die Gegend gegurkt, war ziemlich lustig und sehr interessant!

4BibisWie das Glück so will, hat sich für mich die Möglichkeit aufgetan, sowohl Praktikum als auch Familie zu wechseln, zu Hannah zu ziehen und auch in der „St. Augustine English Medium Primary School“ als „Lehrer“ auszuhelfen. Ich hab nicht lange überlegt, habe meine Sachen gepackt, mich verabschiedet und bin per Dala Dala umgezogen nach Buguruni. 
Die Familie hat auch mich noch untergebracht, ich hab mit meinen beiden Gastbrüdern Timothy und Juan das „Männerzimmer“ geteilt, ich habe sogar einen der Plätze im Bett zugeteilt bekommen. Immer jede Menge los in dem Haus, die Anzahl Bewohner variierte so von 7 – 10 Leute, je nach Besuch: Bibi Irene (unsere Mama), Timoth und Juan (beide Ende 20), Helen (eine Nichte), Cynthia (eine Enkelin), wir und das Hausmädchen Jenny, gerufen Jen-Jenny! Ein Hausmächen hat da irgendwie jeder – die kocht, putzt, wäscht und macht den ganzen Tag, ab 5 Uhr morgens!

FlosKlasseMorgens um 7 gings dann für die Bibi, Hannah und mich in die Schule. Die Schüler treten in Reih und Glied und Uniform zum Appell an, begrüßen im Chor die Lehrer, schmettern die Nationalhymne – werden „inspected“ und entsprechend versohlt, wenn die Schulinform schmutzig ist, oder ähnliches, und marschieren dann singend Richtung Klassenzimmer. Prügelstrafe ist ganz normal – ich musste echt schlucken, wie da ganz selbstverständlich Kopfnüsse verteilt werden und der Rohrstock eingesetzt wird – für uns unvorstellbar! Wenn ich in die Klasse kam wurde ich mit einem schneidigen „Education is the Key of Life – Good Morning, Sir!“ begrüßt, alle springen auf und setzen sich erst, wenn man es ihnen aufträgt. 
Im wesentlichen habe ich Mathe unterrichtet, was sich auf das Anschreiben von Übungsaufgaben und entsprechende Korrektur mit Rotstift beschränkte. Jeden Morgen um 10 Uhr wurde man dann aus der Klasse abgeholt –„Sir, you're needed at the office“ – ab zum Frühstück. Unsere Bibi ist die Headmistress der Schule.

SchuleEnde September gab's ne Woche Schulferien. Wir haben die Zeit genutzt um uns als Touris zu bewähren, haben uns eine 2-tägige Safari klargemacht und sind mit dem „Scandinavia“-Überlandbus nach Arusha gereist. Unsere Zeit in Tanzania neigte sich dann auch langsam dem Ende zu, wir haben noch eine Woche blau gemacht und sind nochmal nach Bagamoyo gefahren, „zum Urlaub machen“.

DickeAmStrandDanach kam das letzte Wochenende mit vielen Einladungen, unter anderem hat uns der Fahrer des Schulbusses zum Schwein essen eingeladen. Er und sein Bruder haben uns abgeholt, leider sprachen beide kein Wort Englisch, aber spaßig wars trotzdem. Ich musste gegen diverse Leute zum Poolbilliard spielen antreten und genauso viele Biere trinken. Ging aber beides noch überraschend gut. 

to be continued ... 

Der komplette Bericht und fotografische Impressionen sind zu sehen unter:
http://home.arcor.de/florian_ott/afro-main.htm
 

Bericht von Hannah Tanzania
August bis Oktober 2003

Jetzt bin ich schon zwei Wochen wieder in Deutschland und starte den ungefähr zehnten Versuch, euch etwas über meine Zeit in Afrika zu berichten. Ich habe viel zu erzählen, bin aber auch fast verstummt, weil überwältig von all den neuen Eindrücken. Doch wenn ich mit dem Aufschreiben nicht jetzt beginne, dann verblasst sie immer mehr - meine Erinnerung an die andere Welt, in die ich für zwei Monate eingetaucht war. So anders war das Leben dort in Buguruni, einem Stadtteil von Dar es Salaam, dass es mir schon jetzt manchmal fast unwirklich erscheint. Zumal wenn ich wie heute, in Winterjacke, Schal, Mütze und Handschuhe gepackt, im Regen von der Uni nach Hause radle. Mit Vordiplom-zeugnis und mit voll gestopftem Stundenplan fürs neue Semester in den Händen, ist's mir selbst fast unglaublich, dass ich bis vor ein paar Tagen noch schwitzend in einem Dalla-Dalla saß...

Mit dem Dalla-Dalla durch Dar
Dalla-Dalla ist ein Minibus ohne festen Zeitplan. Er fährt los, wenn alle Plätze belegt sind; unter Plätze versteht man hier nicht ausschließlich Sitzplätze, sondern auch Hock-, Steh-, Quetsch- und Bückplätze. Wie das aussieht, sich anhört, sich anfühlt, wie es riecht – nur schwer beschreibbar, wie viele andere Dinge, die ich in Tansania erlebt habe. Dennoch will ich, ohne Anspruch auf Vollständigkeit, meine ganz per-sönlichen Eindrücke niederschreiben, die ich in dieser kurzen Zeit gesammelt habe. Fange ich doch am besten mal damit an, was ich eigentlich gemacht habe in Tansania, Dar es Salaam, Buguruni, Malapa („shusha“). Dar es Salaam, ca.3,5 Millionen Einwohner, ist die inoffizielle Hauptstadt von Tansania (die eigentliche Hauptstadt ist Dodoma). Auf den Straßen ist täglich mehr los als in einer deutschen Stadt bei einer Großdemonstration. Es wimmelt von Menschen: Verkäufer, Frauen mit Kindern in bunten Tüchern, Männern in Anzügen, Bettler, Mädchen, die schwere Lasten auf ihren Köpfen durchs Gewimmel balancieren und Fahrzeuge, die in Deutschlands bestenfalls im Museum zu bewundern wären. Es ist bunt, laut, schwül, heiß, anstrengend, aber interessant und spannend, gerade wenn man sich langsam etwas auskennt.

Einblicke in eine Primary School
In Dar es Salaam habe ich, vermittelt von ESSB, einer Nicht-Regierungsorganisation mit Sitz in Berlin, zwei Monate lang in einer „Primary English Medium School“ 'gearbeitet'. „English Medium“ heißt, dass nicht nur der komplette Unterricht in Englisch gehalten wird, sondern dass auch die Kinder untereinander nur Englisch sprechen dürfen statt Kisuaheli, der meistgesprochenen Sprache Ostafrikas und der offiziellen Amtssprache Tansanias. Wer sich nicht dran hält ("SPEAK ENGLISH!!"), bekommt Ärger (Lehrer selbstverständlich ausgenommen!). Und das bedeutet in dieser Schule -und ich bezweifle, dass es in anderen afrikanischen, zumindest tansanischen Schulen anders zugeht- Bekanntschaft mit dem Rohrstock zu machen. Zudem werden verschmutzte Schuluniformen, zerrissene Schulhefte oder die Unfähigkeit, Aufgaben zu lösen, auch mal mit Kopfnüssen und lang gezogenen Ohren bestraft. Wenn ich von 'Arbeit' schriebe, dann heißt das, dass ich bzw. wir (Flo kam nach der Halbzeit zu mir in Familie und Schule) nicht so ganz viel zu tun hatten. Unsere Aufgaben bestanden darin, mal hier und da fehlende Lehrer zu vertreten, Hefte zu korrigieren und hauptsächlich abzuhängen, aber auch das will gelernt sein. Die Lehrer konnten uns darin allerdings die ein oder andere Nachhilfestunde geben. So fing eine Mathearbeit, die um 8 Uhr angesetzt war, um 13 Uhr an: sie musste ja schließlich noch getippt und in der Stadt noch kopiert werden. Oder es wurden diverse Nachmittage plaudernd verbracht, draußen im Schatten eines Baumes. "Kommst du heut' nicht, kommst du morgen", kam mir in den Sinn; ein Merkmal afrikanischer Mentalität? Einen Stundenplan gab es zwar, aber an den hielt sich nicht so wirklich jemand. Aber ganz so schlimm, wie ich das hier darstelle, ist es natürlich nicht; denn oft findet auch Unterricht statt. Aber nicht so, wie ich das aus meiner Schulzeit noch kenne. Die LehrerInnen, die fast alle keine pädagogische Ausbildung haben und alles andere als sicher im Englischen sind, schreiben meist einfach nur ein paar Aufgaben an die Tafel, die die SchülerInnen mehr oder weniger lösen können. Erklärt wird wenig, nicht zuletzt ein Sprachproblem. Der Rest des Vormittags geht mit der Korrektur der Hefte drauf. Die Klassenräume sind meist viel zu klein, so dass oft drei bis vier Kinder an einem Tisch sitzen müssen, obwohl die Schule eine Privatschule ist. Zu uns waren die Lehrer super nett und die Kinder glücklich, zwei neue weiße „Lehrer“ zu haben. Ich fands schade, dass ich so wenig Ahnung vom Unterrichten habe, da alle ganz scharf drauf waren, etwas von den neuen Lehrern aus Europa zu lernen.

Afrikanische Familie live
Gewohnt haben wir bei der Schulleiterin. In dem Haus wohnten Bibi, unsere Gastmutter, Juan und Timothy, ihre beiden Söhne, beide Ende zwanzig und das Hausmädchen (Jenny, 16). Meistens waren aber noch Cynthia, die neunjährige Enkelin, und Helen, eine Nichte, da. Wir wurden herzlich empfangen, bewirtet und in den „african way of life“ eingeführt. Das Leben in einer afrikanischen Familie bot uns die Möglichkeit, ganz authentische Einblicke in das Alltagsleben der Menschen dort zu gewinnen, die „normalen“ Reisenden meist verwehrt bleiben. Diese Erfahrung möchte ich nicht missen, sie hat uns ein Stück weit geprägt und auf jeden Fall sensibilisiert für einen ganz anderen Lebensstil. Unsere Gastrolle war allerdings oft sehr anstrengend und zuweilen eine Gradwanderung: einerseits ein dankbarer Gast sein, andererseits sich nicht verbiegen wollen. Gewöhnen musste ich mich daran, meist kein fließendes Wasser zu haben (der Bischof hatte mit seinem 5000 l Tank das Wasser der ganzen Region abgepumpt) und mein Zimmer mit drei anderen Frauen zu teilen (ein eigenes Bett hatte ich allerdings). Schnell konnte ich akzeptieren, dass ab halb sechs das Haus zum Leben erwachte. Nicht gewöhnen konnte ich mich an das Essen bzw. die Essgewohnheiten und an das alltägliche Abendprogramm, das darin bestand, ab sieben Uhr in die Klotze zu schauen. Aber erst mal zum Essen! Dreimal am Tag eine warme Mahlzeit: zum Frühstück wahlweise Reis mit Bohnen oder frittierte Kartoffel. Zum Mittagsessen Ugali, Maisbrei, bis er uns zu den Ohren raushing und das Abendessen, die Hauptmahlzeit des Tages zwischen neun und halb zehn abends, bereitete mir aus diversen Gründen zuweilen schlaflose Nächte. Grundsätzlich galt beim Essen: viel Salz, viel Zucker und viel, viel Fett. Das hinterlässt natürlich nicht nur bei Europäern Spuren. Gesunde Ernährung ist kein Thema und mit dem Vorurteil, Übergewicht sei nur ein Problem westlicher Kulturen, darf aufgeräumt werden! "Ja, und was habt ihr abends so gemacht?" Ab sechs Uhr wird es dunkel und ab dann ist es ratsam, nicht mehr draußen rumzuschlappen. Da es keinen anderen Aufenthaltsraum in unserer Gastfamilie gab, war im Wohnzimmer Fernsehen angesagt. ITV: ab halb acht „Isidingo“, um acht Uhr „Habari“ und um halb neun „The Bold and the Beautiful“. Wenn man Glück hat, kommt danach noch irgendein ganz schlechter amerikanischer Actionfilm aus den frühen 80ern. Ob groß, ob klein, Besuch oder Freund, jeder schaut mit, es gibt kein Entrinnen; absolutes Unverständnis, wenn man lieber ein Buch lesen möchte.
On Tour
Wir haben uns natürlich nicht nur in Dar es Salaam aufgehalten, sondern sind auch ein bisschen rumgekommen. Auf den Kilimanjaro haben wir es nicht geschafft. Natürlich aus Zeitgründen, die 500 $ hätten wir natürlich locker aufbringen können! Aber niedrig dran vorbei geflogen sind wir mit einem Prachtexemplar von Bus auf unserem Weg in den Norden nach Arusha. Die Busreisen waren, wie ihr vielleicht meiner schnippischen Bemerkung schon entnommen habt, alles andere als erholsam. Diese Überlandbusse gleichen modernen Ritterkutschen: getönte Scheiben, Fransen und Ketten, provozierende Beschriftung, auffällige Bemalung, mörderische Hupen. Ihrem rasanten Aussehen entspricht auch der Fahrstil. Vollgas heißt die oberste Devise. Wer bremst, verliert. Mit Schnelligkeit und kürzesten Fahrzeiten wirbt man Kundschaft. Aber, wir haben`s überlebt („I`m a surviver“). Bei unserem Ausflug in den Norden Tansanias haben wir es uns nicht nehmen lassen, eine Safari im Lake Manyara National Park und im Ngorongoro Krater zu machen, wie es sich für echte Afrikatouristen gehört. Löwen, Zebras, Giraffen..., das volle Programm eben! Auf dem Rückweg haben wir uns noch Zeit für einen Abstecher in die Usambara Mountains genommen. Lushoto, früher ein bedeutender Erholungsort für deutsche Siedler, war für uns eine willkommene Abwechslung vom heißen und stressigen Großstadtleben. Die letzte Woche haben Flo und ich blau gemacht in der Schule und diese in Bagamoyo verbracht. Ein freundlicher und ruhiger Ort, ca 70km nördlich von Dar es Salaam. Der damals bedeutendste Handels- und Verschiffungsort Bagamoyo, was soviel heißt wie „Leg dein Herz nieder!“, birgt eine traurige Vergangen-heitsgeschichte. Von dort wurden die Sklaven nach Zansibar und Arabien verschifft. Ihnen blieb nichts übrig, als ihr 'Herz in Afrika' zurückzulassen. Wir fanden dort trotz der traurigen Vorgeschichte ein kleines Paradies mit Meer, Palmen und was sonst noch so dazu gehört.

Resumee
Die beiden Monate in Afrika haben mich um Erfahrungen bereichert, die ich nicht missen will. Nicht zuletzt hat es mir deutlich gemacht, wie gut es uns doch in Deutschland geht. Nicht nur, dass wir uns um unser tägliches Brot keine Sorgen machen müssen und wir uns Luxus wie Urlaub, Auto und sonstiges leisten können, dass es eine Krankenversicherung und Arbeitslosengeld gibt, sondern auch, dass wir das Wasser aus dem Wasserhahn trinken können und keine Moskitos durch die Gegend fliegen, die eine todbringende Krankheit übertragen. Dass Arme, im Unterschied zu unserem europäischen Wohlstandsbürgertum, generell zufriedener sind mit dem, was sie haben, kann ich auf dem Hintergrund meiner Erfahrungen nicht sagen. Die Menschen dort jammern genau so wie hier: das Leben sei zu hart und die Bezahlung zu schlecht (wobei die Menschen dort mehr Grund dazu haben als bei uns). Aber klar, dass Fernsehen gaukelt ihnen natürlich eine Welt vor oder einen Standard, den sie niemals erreichen können, nicht in Tansania. Und darum wollen auch alle weg, und somit waren wir ständig mit der Frage konfrontiert, wie schwer es sei, für Deutschland ein Visum zu bekommen. Außerdem habe ich in Afrika erfahren, was es heißt, ein Ausländer zu sein und ständig daran erinnert zu werden. Egal wo wir hinkamen, hörten wir aus allen Ecken „mzungu“, das Wort für Weißer/Europäer. Gerade in der Gegend, in der wir wohnten, einem Vorort von Dar es Salaam, waren wir die absoluten Exoten. Kinder wollten uns zum Teil anfassen, weil sie „so was“ noch nie gesehen hatten, oder blieben mit offenem Mund stehen und starrten uns an. Solange es bei den Kindern blieb, war es ja ok. Aber auch viele Erwachsene riefen uns auf der Straßen nach „hey mzungu“. Etwa so als würde man sich in Deutschland nach einem Schwarzen auf der Straße umdrehen und ihm zurufen „hey Afrikaner“. Viele meinen es wahrscheinlich gar nicht böse oder diskriminierend, aber wenn man gerade mal nicht so ein dickes Fell hat, nervt es schon ziemlich. Wenn irgendwann möglich, fahrt selbst einmal in den schwarzen Kontinent und macht euch ein Bild von dieser so anderen und doch auch ähnlichen Welt. Solange das noch nicht geht, dürft ihr gerne noch ein paar Fotos bei mir anschauen.
Bis bald, tutaonana baadaye
Hannah


UgandaFlg-uganda-vsm

Praktikum bei der TASO
Na ihr Lieben, hab mich ma schon laenger nicht mehr gemeldet, dass tut mir auch unendlich leid!!! Aber hatte echt voll den Stress! Hm, weiss zwar nicht mehr ob ich euch schon berichtet hab, dass ich in der offenen See Calipso geuebt habe. Ich war also am Victoria See in einem Resort bei Entebbe. Was soll ich sagen einTraum!!! Wir kamen dort an als es noch hell war, also konnten wir den Leuten beim Planschen und Tanzen zusehen. Ja die Ugandan? Tanzen immer und ueberall, es ist echt suess!

Auf jedenfall nahmen wir unsere Stuehle und liefen weit in den See hinein und sassen dort bist uns die Schnacken fast zerfressen hatten. Das Wasser ist flach, bestimmt 500m lang. Man kann also ewig weit in den See rein laufen. Ihr koennt euch ja den Sonnenuntergang vorstellen!!! Traumhaft! Als wir dann in Richtung Bus liefen durften wir noch 2 Kindern beim Tanzen zuschauen. Ein Maedchen ca. 6Jahre und ein Junge keine 5Jahre, ICH DACHT ICH SEH NICHT RECHT!!! Die haben getanzt, besser als die Maedels in den Videoclips, ehrlich!!! Der Hinter wackelte nur so und was sie mit ihrem Bauch machten, konnte gar nicht mehr weg schaun und das waren kleine Kinder, Ich glaub in Uganda wird man echt mit dem Rhythmus in Blut geboren. Ach ja und ein anderes persoenliches Highlight hatte ich dann auch noch. Um an den Strand zu gelangen MUSSTE ich das erste mal Border fahren, dass sind Mofas oder Rollerfahrer die einen schnell und guenstig von a nach b befoerdern. Ich habe davor herumposaunt nie ein Border zu besteigen, da die viel zu schnell und gefaehrlich sind, aber jetzt muss ich zugeben dass ich suechtig danach geworden bin. Tja wer haette das gedacht? Und die ganze letzte Woche war ich fuer einen Workshop in einer Stadt Namens Mbarara. Eine schoene mittelgrosse Stadt im Westen von Uganda. Um mal das Gefuehl zu bekommen wie man hier reist: -Treffpunkt Bus Park Sonntag 11.30 Uhr -11.15 Uhr Planaenderung Treffpunkt 12.30 Uhr( Betty ist schon mit Sack und Pack am Treffpunkt um ca 11.30) -OK 12.30 zahlen und einstiegen in den Bus -13.30 nichts passiert( Wir muessen warten, denn der Bus faehrt erst wenn er voll ist) -14.30 nachdem wir fast eingegangen sind endlich faehrt der Bus los, auf unsere 4stuendigen Reise -Ankunft in Mbarara ca 19 Uhr Aber zumindest Heil und mit einer Aussicht waehrend der Fahrt, einfach nur schoen. Also ich bin ja kein Kenner aber wir sind durch so jede Savanne gefahren. Teilweise waren wir in den tiefsten Tropen, dann sah ich lauter Akazien Bäume und Sand dann wiederum Tannen, das musst ihr euch mal vorstellen Mischwald ganz genau wie in Deutschland!!! Nun die ersten 2Naechte waren nicht nicht so schoen, vor allem als wir die Zimmer derjenigen sahen die vor uns angekommen sind waren, das war ein Unterschied wie Tag und Nacht. Die hatten naehmlich Suiten und ich hatte noch nicht mal einen Fernseher, aber naja wer zu spaet kommt den bestrafft.... Aber zur Erinnerung ich war ja schon um 11.30 am Treffpunkt und ihr wisst wie schwer es mir faellt puenktlich zu schein:-) Auf jedenfall war der Workshop echt interessant: es ging zum Grossteil um die Rolle der Fiel Officers, dass sind die, die die Maedikamente zu den Klienten bringen. Die fahren alle Motorraeder und sind nichte aelter als 30 Jahre , deshalb werden sie in der Organisation auch als Raudis abgestempelt. Wir waren uebrigens nur 4 Maedels und 3Frauen auf dem Workshop, Maenner waren es ca 50, tja machmal hat es schon genervt aber wir sind ja taff. Der bewegendste Augenblick fuer mich war als der Chef von TASO, also unseres Organisation, am Samstag vorbei kam um uns zu motivieren. Ihr muesst wissen,dass er schon zahlreiche Auszeichnungen bekommen hat und ausserdem hat er Freunde wie Präsidenten bis hin zu Koenigen und Celebrities in der ganzen Welt und die meisten waren auch schon hier. Dieser namhafte Mann also, der es schaffte innerhalb von 3 Jahren aus 3 TASO center 11 TASO Center in Uganda zu machen, hielt eine bewegende Rede. Als er mich erkannte, gruesste er mich mitten in seiner Rede, mit meiner Freundin aus Eritrea ( und ich hab ihn bisher nur 2mal je 2min gesehen). Auf jeden Fall fragte er, wer noch nie jemanden aus seiner Familie an AIDS verloren hat? Da ich ganz vorne sass konnte ich nicht sehen wer ausser mir noch die Hand hob. Als ich mich umschaute sah ich, ich war die einzigen, und wollte im Boden versinken!!!!!!!!! Dr.Continou (Chef) sagte daraufhin ja meine Freundin aus Eritrea meine Frau alleine hat 5 Graeber in unserem Garten, alles Brueder und Schwester von ihr.

Bis bald Hab euch lieb eure Betty

end faq



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